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4 (1895) Politik
Entstehung
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337
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Fünftes Buch. Neuntes Kapitel.

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Dann aber muß er sich beständig den Schein geben, als nähmeer es mit der Religion ungemein ernst. ^ Denn von solchen besorgeneinerseits die Unterthanen weniger eine ungesetzliche Behandlung,wenn sie den Wandel des Herrschers für gottesfürchtig und fromm zuerkennen glauben, und andererseits unternehmen sie nicht leicht etwasgegen ihn, da er ja die Götter zum Beistand habe. Dabei darf er

13. Wem ist bei der Lesung dieses Abschnittes nicht die Ähnlichkeit des-selben mit Machiavelli'sPrincipe" ausgefallen! Schlosser hat in seinerÜbersetzung die wichtigsten Parallelstellen aus dem Buche des großen Floren.tinerS zu den Stellen des Aristo'teleS" ausgezogen. Der Gewinn, der aufdiesem Wege erlangt wird, ist nicht so groß, als derjenige, den man erhält,wenn man nach diesem Tyrannenkapitel den Principe in einem Zuge durch-lieft. Machiavelli's Werk ist die große Ausführung dieser Aristo-telischen Skizze, an der er sich für seinen Gegenstand geschulthat. Die ganze Darstellung ist nicht antikisierend, sondern durch und durchantik, was Schlosser verleitete, dem Italiener den Vorwurf derIndis-kretion" zu machen. Nach Macaulay's Essay aber wissen wir nunmehr,wie wir mit diesem Buche daran sind. Vergl. als Machtmittel der Regie-rungen die äiscorsi I, cap. 11, 12 u. fgde. Zmkrincixe" heißt esosp. 18:Da es zwei Kampfmittel gibt, das durch Unterhandlungen unddas der Gewalt, von denen das erste dem Menschen, das zweite der Bestieeigentümlich ist, so muß der Fürst, da das erste Mittel nicht immer aus-reicht, eine Doppelnatur haben. Das wußten schon die Alten, welche denAchi'll von dem Centauren Chi'ron erziehen lassen. Aber diese Doppel-natur muß der Fürst verstecken. Er muß die guten menschlichen Eigen,schäften haben oder, noch besser, zu haben scheinen solle OKnuuo veäs guslolle tu pari, poolli seutouo guel olle tu sei), er muß besonders ganzFrömmigkeit, ganz Religion (tutto pietä, tutto relixious) scheinen. Wennauch einige ihn durchschauen, so schweigen sie doch still; denn die Staats-majestät schützt den Fürsten, der dann vermöge dieses Schutzes, wenn essein Vorteil erheischt, die gegenteiligen Seiten herauskehren kann. DasGros der Unterthanen wird ihn, weil er bei vielen Gelegenheiten, da eSihm nichts verschlug, Gottesfurcht zeigte, immer für einenehrenwertenMann" halten, auch da, wo er gegen Treue und Glauben und gegen dieReligion handelte (iu merrü ssrauuo sempre Aiuäicati onorsvoli e äs.eiareuuo loästi; peroke il voIZo us vs. sempre preso oou Io sveutoäslla ooss.). Im übrigen soll der Fürst (s. die äisoorsi a. a. O.) Kultusund Kirchentum ganz besonders pflegen.

* Der Laut, hinter dem das Zeichen ' steht, hat den Ton: Deutschland ü^ber a'lleS.srangknschtldtsch.«. gr. u. rbm. »l.Bd. 23; Lfrg. 16.) Aristoteles' Politik. 2 2