Fünftes Buch. Neuntes Kapitel.
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Monarch sei» will, wohlgeneigt sein. Weiter gehört hierher das hoheAnsehen, in welchem der Schmeichler in beiden Staatsformensteht. Zn der Demokratie treffen wir hier den Demagogen (diesenSchmeichler des Volkes), bei den Tyrannen jene unterthänigen Gesell-schafter; denn sich von dem andern Erniedrigungen gefallen zu lassen,ist das Geschäft der Schmeichelei. Und gerade deshalb liebt dasTyrannentum das Schlechte am Menschen, weil es an der Schmeiche-lei seine Freude hat. Dazu gibt sich aber kein Mensch von freierDenkungsart her, sondern der brave Mann kann nur Freund sein,aber er schmeichelt nicht. Die Schlechten aber sind dem Tyrannenwieder Werkzeuge zur Ausführung des Schlechten, denn „ein Keiltreibt den andern", wie das Sprichwort sagt?
7. Der Tyrann hat keine Freude an einem würde-vollen und freimütigen Charakter. Diese Eigenschaftenbeansprucht der Tyrann nur für sich allein. Tritt ihm nunjemand mit einer würdevollen und freimütigen Haltung gegenüber,so schmälert er ihm seine Überlegenheit und das Herrscheransehen
7. Die herrliche Darstellung geht systematisch und gleichsam schritt-weise vor sich. Wir wissen nun auch, welchen Platz im politischen Systemwir den Kamarillen anzuweiscn haben. Es werden sich überhaupt fürdaS, waü jetzt folgt, die Vergleichungen der alten mit den modernen Zu-ständen in überraschende Fülle aufdrängcn. ES ist angemessen, daß deraufmerksame Leser diese Parallelen selbst ziehe, nicht sie sich ziehen lasse.Daö eine aber mag noch gesagt werden, wie man mit Entsetzen wahr-nimmt, wie genau die abgefeimte Herrschsucht überhaupt daS Altertumstudiert hat. — Der ganze Abschnitt des Aristoteles enthält einen Schatzvon Erfahrung. Er hätte denselben nicht so darlegen können, wie er eSgethan, wenn er nicht an den Politiken eine riesige Vorarbeit gehabthätte; daß aber daS Politieenwerk, sowie daS damit verbundene der„Satzungen der Barbarenstaaten" über die Tyrannis reicheres Materialerhielt, kann man auS vielen Stellen der Politik selbst ersehen. Für unserWerk benutzte Aristoteles die „Satzungen" gleichfalls, wie man aus denStellen abnehmcn kann, in welchen über orientalische Herrscher und Staatengesprochen wird. Hier und da steht man noch, daß er ganze Stellen ausseinen Vorarbeiten in die Politik hinübernahm. Das Sprichwort „EinKeil treibt den andern" fand noch der Erklärer des Home'r Eusta'th iuSin den Politicen (siehe Zur J'liaS, S. 126); und cS war also daS unersetz-liche Werk zu seiner Zeit(lI60 n. Ehr.) noch vorhanden. jIM. Während dererneuten Drucklegung dieser Übersetzung ist die Politie der Ath encr ameinem ägyptischen Papyrus im Britischen Musenm aufgefnnden worden.)