Aristoteles, Politik.
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abzustammen. Der Tyrann wird aus dein Volke und der Masse gegendie Vornehmen eingesetzt, um das Volk vor ungerechter Behandlungvon ihrer Seite zu schützen. Dies erhellt aus der Geschichte. Diemeisten Tyrannen sind, um cs kurz zu sagen, aus Demagogen hervor-gegangen, die durch Verleumdung der Vornehmen das Vertrauendes Volkes gewannen. Auf diese Art bildeten sich einige Tyrannen-herrschaften, als die Staaten schon mächtig geworden waren, währendandere Tyrannen älterer Zeit aus Königen hervorgingen, welche dievaterländischen Satzungen übertretend nach einer mehr despotischenMacht strebten; noch andere sind aus den zu den höchsten ObrigkeitenGewählten entstanden, da in allen Zeiten die Volksgemeinden ihrepolitischen und priesterlichen Beamten^ auf lange Zeit wühlten.Endlich gingen noch Tyrannen aus Oligarchieen hervor, in welchenman einen mit großer Machtvollkommenheit zu den höchsten Ämternerwählte. — 4. In allen diesen Fällen war nun der letzte Schrittleicht gethan und hing nur von ihrem Willen ab, da sie vorherschon teils eine königliche Herrschaft, teils eine hohe Ehrenstellunginne hatten. So erhoben sich Phi'don^ in A'rgos und andere ausköniglicher Herrschaft zur Tyrannis; dagegen die ionischen Tyrannenund Pha'laris hatten vorher eine hohe Ehrenstellung gehabt: Panä'-tius zu Leonti'ni, Ky'pselus in Korinths, Pisistratus in Athen, sowie
2. Die im Texte stehenden Ausdrücke „Deiniurgieen" und „Theorieen"sind die ältesten griechischen Ausdrücke für das, was wir weltliche undgeistliche Behörden nennen. Die Ausdrücke haben eine altehrwürdigechoctische Färbung und gehen hauptsächlich auf dorische Staaten, dieberühmtesten in der Geschichte von Alt-He'llas. Die Theo'ren warenstehende Magistrate, Kollegien, welche an Orakelstädten, wie Py'tho, undFeststädten, wie Oly'mpia, die Staatsopfer in der Festzeit brachten oderdie Orakel einholten. Solche Kollegien gab es in Ägi'na, Mantine'a,Messe'nien, Tröze'ne, Tha'sos. Sic speisten zusammen. DiePy'thier derSpartaner gehören ebenfalls hierher. Diese hatten die Orakel des delphischenGottes, der immer die Oberaufsicht über die spartanische Verfassungführen sollte, treu den Königen des Landes zu überbringen. Auch i»Athen gab eS in den älteren Zeiten ein Kollegium, welches außerhäuslichen Sühnungen die Auslegung der Orakelsprüche in seiner Handhatte; aber es ging ein, und an die Stelle dieser „Pythochre'sten"traten periodische Festgesandtschaften (Theorieen).
3. S. Otfried Müller, Dorier I, 155; II, 163.
4. Kypselus in Korinth um 658 v. Chr.