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Aristoteles, Politik.
bleiben, der heute der Aufmerksamkeit der ausgearteten Verfassungenentgeht, die Jnnehaltung eines Mittelmaßes in der Ein-richtung der Staatsverhältnisse. Viele für demokratischgeltende Einrichtungen lösen die Demokratieen auf, und viele der-gleichen oligarchische die Oligarchie. Und wenn nun Staatsmännerin einer solchen Abweichung vom Maße die einzige Tugend sehenund so das Prinzip der Verfassung auf die Spitze treiben, so bedenkensie dabei nicht, daß cs damit ist, wie mit einer Nase, die, wenn sicgleich von der schönsten Geradlinigkeit zur Habichts- oder zur Stumpf-nase abweicht, doch immer noch schön und dem Auge wohlgefälligsein kann. Wollte nun aber ein Künstler mit dieser Abweichung biszur Übertreibung fortfahren, so würde zunächst das Maßverhältnisdes Gliedes verloren gehen, und dann würde es zuletzt dahin kommen,daß dasselbe gar nicht mehr als eine Nase erschiene, wegen des Über-maßes in dem einen und wegen des Mangels in dem andern derGegensätze.^ Und ebenso verhält es sich auch mit den anderen Gliedern.
18 . Ebendasselbe tritt bei allen Verfassungen überhaupt ein?'Eine Demokratie und Oligarchie kann immer noch leidlich beschaffensein, wenn sie auch von der besten Ordnung abgewichen ist. Wirdaber mit dieser Abweichung in beiden Formen weiter fortgefahren,so wird zuerst die Verfassung verschlechtert, und zuletzt bleibt sie garkeine Verfassung mehr. Es darf daher dem Gesetzgeber und demStaatsmann nicht entgehen, zu wissen, welche demokratische Ein-richtungen die Demokratie erhalten und welche sie zerstören undwelche oligarchische Einrichtungen die Oligarchie fördern und welche
der Städte, Kap. I. — Die politischen Differenzen wirkten in den kleinenStaatsorganismen der Griechen ungleich drastischer. Es stand dabeigleich alles auf dein Spiele.
16. Der abnorme konvexe Bogen der Habichtsnase erscheint als einunförmliches HinauSgchen über, und der abnorme Konkavbogen derStumpfnase als ein unförmliches Zurückbleiben unter der geraden LinieDas erste nennt der Philosoph Übermaß, das zweite Mangel, der denbeiden Gegensätzen, d. i. den beiden Nasenformen, anhaftet. Die fastgerade Nasenlinie dagegen ist die Mitte, und eS ist ein bekannter, in derE'thik entwickelter Satz des Aristo'teles, daß das Vortreffliche in der Mitteder Extreme liege.
17. Und nicht bloß bei der überhaupt besten.