Fünftes Buch. Siebentes Kapitel.
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sie untergraben. Keine von beiden Verfassungen kann existieren oderDauer haben, wenn sie nicht die beiden Elemente, eine Körperschaftder Reichen und eine Volksinasse enthält; sondern sobald Gleichheitdes Vermögens eintritt, so wird notwendig aus ihnen eine andereVerfassung, und hieraus folgt überhaupt, daß ein so verderblichesBestreben, übertriebene Gesetze aufzustellen, die Verfassungen selbstzu Grunde richtet.
19. Die erwähnte» Fehler werden nun sowohl in den Demo-kratieen als in den Oligarchieen gemacht. Zn den Demokratieen, wodas souveräne Volk die Gesetze macht, begehen sie die Demagogen,indem sie durch den gegen die Neichen unterhaltenen Kampf denStaat immer in zwei Teile spalten. Gerade im Gegenteil aber müßtensie sich den Anschein geben, als sprächen sie für die Neichen, unddasselbe müßten in den Oligarchieen die Oligarchen für das Volkthun und ihrem Oligarcheneide vielmehr eine der heutigen entgegen-gesetzte Form geben. Denn heute lautet der Eid in einigen Staatenso: — „und ich will dem Volke feindlich gesinnt sein undihm durch mei nen Rat n ach Kräften schaden".^ Anstatt dessen
18. Es ist keinem Zweifel unterworfen, daß diese Eide wirklich ge-schworen worden sind. Die Demokratie war in ihrer Entartung bis zumKriege gegen die Reichen vorgegangen, die es bei ihren Mitteln nnd ihrerBildung als eine schimpfliche und unerträgliche Last empfanden, sich vonder Masse beherrschen zu lassen. Wir erinnern uns, daß in Me'gara, alsdie Oligarchen zurückkehrten, nach dem Wortlaute des Gesetzes niemandein obrigkeitliches Amt bekleiden sollte, der nicht gegen das Volk gekämpfthatte. So war denn in den Republiken Griechenlands aus der staatlichenEntwickelung der Klassenhaß der Armen und Reichen hervorgegangen undhatte sich in den Staatsformen selbst einen Ausdruck gegeben. In Romfinden wir dieselbe Erscheinung, wenngleich mit einigen Modifikationen.Die Monarchie beseitigt aldann den freien Staat und erstickt den Klassen-haß, der fortan, nachdem ihm die Möglichkeit entzogen, sich einen staat-lichen Ausdruck zu geben, in dem Proletariat als ein Ausdruck derGesellschaft anftritt und sich gegen diese, nicht gegen eine bestimmteStaatsform wendet. Das Proletariat ist ein durchaus unantikes Elementund war streng genommen auch in denjenigen griechischen Staaten nichtzu finden, welche znm größten Teil aus Armen bestanden, weil sie, auchwenn sie nur allein aus Armen bestanden hätten, immer als Gemeinwesenorganisiert waren, in welchem das Vergnügen, das anskömmliche Lebennnd das Regiment der Armut den Inhalt der allgemeinen Angelegenheiten