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Aristoteles, Politik.
Klip, sB-tt.
der eigentliche Ausdruck der Staatsgewalt und des Verfassungs-zustandes sind, den Vollbürgern entweder allein oder doch vorzugs-weise anzuvertrauen.
14. Drei Eigenschaften sind es, deren Besitz für diejenigen,welche die höchsten Staatsämter bekleiden sollen, unerläßlich ist: zu-erst die Liebe zu der bestehenden Verfassung, sodann die größteFähigkeit für die Geschäfte ihres Amtes, drittens Tugend undGerechtigkeit in der bestimmten Weise, die einer jeden Verfassung an-gemessen ist." Denn eben daraus, daß die Gerechtigkeit nicht inallen Staatsverfassungen dieselbe ist, ergeben sich mit Notwendigkeitauch die Unterschiede derselben. Nun entsteht die Schwierigkeit, wennes sich so trifft, daß diese drei Eigenschaften nicht in einer Personvereinigt sind, wie man alsdann die Auswahl treffen soll. Man setzez. B. den Fall, es sei jemand ein guter Feldherr, dabei aber einschlechter Mensch und kein Freund der Verfassung, sein Mitbewerberaber bloß ein rechtschaffener und von Liebe zur Verfassung erfüllterMann, wie soll man alsdann die Wahl treffen?
15. Hier hat man, wie inir scheint, auf zwei Dinge zu sehen:welche Eigenschaft in höherem und welche in geringerem GradeEigentum aller Menschen insgesamt ist. Demnach ist bei der Wahl
die in seinem Sinne eine Verbesserung wäre, zu schützen. Hat man sichmit dieser Fassung der Sache vertraut gemacht, so wird man leicht innewerden, woran sich Machiavelli in seinem Buche „Vom Fürsten"geschult hat. Diese tüchtige Energie, welche die Sachlage so acceptiert,auch wenn sie ihren inneren Gehalt verwerfen muß, dabei aber das logischNotwendige thut, damit sich dieselbe durchsetze, ging unter den heutigenVölkern lange Zeit besonders den Deutschen ab, wogegen sie den Franzosen,Italienern und Engländern niemals fehlte. Gottlob ist eS nun auch inDeutschland hierin anders geworden.
14. Denn die Tugend des Bürgers ist keine absolute, sie hat sichvielmehr nach dem Charakter der Verfassung zu richten, welcher der Bürgerangehört. Vor allem ist es dies Theore'm, welches den tiefsten Blick indas antike Staatstum gewährt, in welchem selbst auch die sittliche Naturdes Menschen einem Partikularismus unterliegt. Geschichtlich tritt diesen,Staatstum zuerst der KoSmopolitismus gegenüber, der auch noch heutevon den Anhängern des Staatütums als die ärgste Staatsketzerei angesehenwird. Und doch hat er keinen Inhalt, sondern er bringt nur Gleich-gültigkeit gegen den bestimmten Staat sowie den individuellen Egoismus