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4 (1895) Politik
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Aristoteles, Politik.

werden, ferner muß das Gesetz für diejenigen, welche sich den Ruhmuneigennütziger Amtsführung erworben haben, Ehrenauszeichnungenanordnen. Zn den Demokratieen sind die Reichen zu schonen, und esmuß weder ihr Besitz noch der Ertrag desselben einer Teilung unter-worfen werden, ein Verfahren, das wirklich in einigen Verfassungenunmerklich einreißt. Besser ist es vielmehr, selbst ihrer Bereitwilligkeitzur Übernahme kostspieliger und dabei nutzloser Staatsleistungenwie der Stellung von Chören zu musischen Festen, Fackelaufzügen"und dergleichen mehr, keine Folge zu geben.

Aushebung und Einteilung des Heeres zu Grunde gelegt. Der Distrikts-vorsteher (Phyla'rch) hatte die Namen aller Dienstpflichtigen in seine Rolleeinzutragen. Über die Rcchenschaftöablegung der Staatsgelder vergleicheBöckh, Staatshaushaltung der Athener, Buch II.

10. Der Staat zu Athen forderte von seinen Bürgern öffentlicheLeistungen, durch die ihm, wenn ihm dadurch auch keine Einnahme er-wuchs, doch eine Ausgabe erspart ward. Dies sind dieLiturgieen".Die kostspieligste Liturgie war dieChoregi'e", d. h. die Stellung einesChorS zu musischen Ago'nen an Festen, die mit Aufführung von scenischcnDarstellungen, Tragödien, Sa'tyrdramen, Komödien, Dithyramben obermit tonkünstlerischen Leistungen von Cither- und Flötenspielern oder mitTänzen gefeiert wurden. Diese Chöre waren sehr kostspielig, besondersdie für die Tragödie. Die Tänzer, Sänger, Wettläufcr mußten sehr gutbezahlt werden, und außerdem kosteten Einübung, Beköstigung, Schmuckund Kleidung große Summen. Vergl. Böckh, a. a. O. Buch III, Kap.2I.

11. Der Fackellauf zu Fuß war eine gewöhnliche Feierlichkeit inAthen. Zn Pferde ward er zu Sockrates' Zeit in Athen znm ersten Malegehalten. Die Kunst bestand darin, daß man am schnellsten lies oder rittund die Fackel nicht verlöschen ließ. Die Kämpfer trugen dazu nichtPechfackeln, wie bei uns, die leicht verlöschen, sondern kerzenähnlicheWachsfackeln, aufgesteckt auf einem mit einem Schilde versehenen Licht-träger, bei denen das Erlöschen nicht so leicht war. Da der Wettkampfbei Nacht abgehalten ward, so war dazu wohl die Erleuchtung desKampfplatzes notwendig. Die ganze Feier war zur Ehre der Götter deswohlthätigen Feuers eingesetzt, des Hephä'stos, des Prome'theus, der Athe'ne(die als Göttin der Künste zugleich Feuergöttin ist), der A'rtemis alsMondgöttin und des Feuergottes Pan. Böckh, a. a. O. Buch III, Kap. 23.Der praktische Philosoph nennt diese kostspieligen Festlichkeiten nutzlosund hat von dem Standpunkte des Politikers und Staatsökonomen seinerZeit wohl nicht unrecht. Im ganzen lag aber doch auch in diesen Agoneneine heitere Darstellung schönen Menschenwesens, geknüpft an die be-seligenden Gaben der Gottheit, wogegen die öde, verschwenderische und