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Aristoteles, Politik.
bekommt die Streitigkeiten der Mächtigen auch immer der ganzeStaat mit zu genießen, wie das in Hestiä'a^ geschah nach den Perser-kriegen, als sich zwei Brüder um die Teilung ihres Vatererbes ent-zweiten. Der Ärmere behauptete, sein Bruder habe das Vermögenund den vom Vater gefundenen Schatz nicht richtig angegeben undbrachte deshalb die Demokraten, der andere aber, da er ein großesVermögen besaß, die Neichen auf seine Seite.
3. Auch in Delphi ward ein aus einer Heiratsangelegenheitentspringender Zwist Ursache aller nachher erfolgenden bürgerlichenUnruhen. Der Bräutigam nämlich, dem auf seinem Gange zur Brautein unheilkündendes Zeichen geworden war, kehrte um und führte sienicht heim. Da steckten die über diesen Schimpf erbitterten Verwandteneinige Tempelkleinodien, während er opferte, in seine Opferkörbe undtöteten ihn darauf als einen Tempelräuber.4 In Mityle'ne ward
so ist das Ganze dadurch schon halb verfehlt, weil eben der Anfang dieHälfte des Ganzen ist.
3. Auf Eubö'a. S. Diodor XV, 349.
4. Auch diese Erzählung liefert einen Beitrag zu dem Stande der Gesittungin Delphi, worüber im ersten Kapitel des ersten Buches dieses Werkes inder Anmerkung berichtet worden. Plntarch erzählt in der angeführtenSchrift die Geschichte ausführlich und, wie mir nicht zweifelhaft ist, ausAristoteles' Politieen. Bei dem Verlöbnis, erzählt Plutarch, sprang derBecher von selbst auseinander. Dies sah der Bräutigam Orgila'uS füreine böse Vorbedeutung an und ging mit seinem Vater nach Hause. DerBrautvater Kra'tes steckte dafür aus Rache etwas von dem Tcmpelschatzein den Korb des Orgilaus, in welchem der Weihrauch und die Opferknchenlagen, und ermordete dann Vater und Sohn als Tempelräuber, nachdemdas Volk nach einer späteren Nachricht bei H eliodo'r (Äthiopische GeschichtenIV, 19) noch in derselben Nacht durch Trompetenschall zu einer außer-ordentlichen Versammlung berufen worden war. Als hinterher der Verratdes Krateo bekannt geworden, erhoben sich die Unruhen. Als ein merk-würdiges Beispiel von der Ähnlichkeit des italienischen Städtelebens imMittelalter mit den politischen Zuständen des Altertums mag die Geschichteerzählt werden, in welcher Machiavelli im zweiten Buche der Starre §io-rentine (Florentiuischen Geschichte) den ersten Grund der politischen Spaltungin Florenz erkennt. Eine Witwe ans der edlen Familie der Donati hatteihre schöne Tochter dem Chef der Familie Bnondelmonte bestimmt. Dasie es unterlassen hatte, sich zur rechten Zeit gegen den jungen Ritter überihre Absichten zu erklären, so verlobte sich dieser mit einem Mädchenaus dem vornehmen Hause der Amide!. Da wußte jene es so einzu-richten, daß sie eines Tages ihm ihre Tochter in ihrer vollen Schönheit