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4 (1895) Politik
Entstehung
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Aristoteles, Politik.

Verfassung noch oligarchischer oder weniger oligarchisch und eine De-mokratie noch demokratischer oder weniger demokratisch zu machen,und so will sie auf gleiche Weise die übrigen Staatsformen in ihremPrinzips stärken, oder abschwächen. Manchmal ist es ihr auch nur umdie Abänderung eines Teiles der Verfassung zu thun, z. B. eine be-stimmte Magistratur einzusetzen oder abzuschaffen, wie nach einigenHistorikern zu Lakedä'mon* Lysallider* das Königtum und der KönigPausa'nias das Ephorall abzuschaffen versuchte. ^ Auch in Epida'm-nos erlitt die Verfassung eine solche teilweise Veränderung, indemman an der Stelle der Stammhäupter (Phplallchen) einen demokra-tischen Rat einsetzte. Aber in das große Volksgericht (Heliä'a), dessenMitglieder die Vollbürger sind, sind die Magistrate als Mitgliedereinzutreten noch besonders verpflichtet, sobald ein neuer Magistrat

1. Dieser Lysander, der in der griechischen Geschichte eine so bedeu-tende Rolle spielt, war zuletzt der Besieger Athens, bestens Mauern erunter Flvtenschall am Tage der Schlacht bei Sa'lamis (400 n. Chr.) nie-derreißcn ließ. Lysander war einer der am härtesten gearteten Staats-männer des Altertums,ein gewaltiger Revolutionsmann, der, die Be-strebungen zahlloser oligarchischer Klubbisten in sich vereinigend, durch diestrenge Konsequenz seiner Grundsätze und die Schlauheit in der AusführungGriechenlands Schicksale eine geraume Zeit beherrschte; bis Agesila'us, dener unvorsichtigerweise selbst auf den Thron gehoben, an die Stelle seinerusurpierten wieder die legitime Macht Heraklidischer Fürsten setzte: wasdenn besonders in Lysander den Plan, die königliche Verfassung umzustürzcu,erzeugt hatte." Müller, Dorier II, 409. Als Lysander den Agesilausnach Asien begleitete, wußte dieser ihn dadurch zu ruinieren, daß er ihmeine ganz untergeordnete Stellung, die eines Intendanten des Hauptquartiers,gab, wobei er sich gegen seine Freunde über Lysander so äußerte:Ichwill doch sehen, ob ihm nun noch jemand den Hof machen wirb."

2. Pausa'nias nimmt gegen Sparta und Griechenland dieselbe Stelleein, wie Wallenstein zu Kaiser und Reich. Er wollte um den Preis derTyra'nnis Griechenland an die Perser verraten und trat mit ihnen inUnterhandlungen. Nach der Entdeckung des Verrats flüchtete er in einAsyl, in den Tempel der Athene zu Sparta. Das Thor ward vermauertund er starb im Tempel den Hungertod, oder vielmehr das heuchlerisch-kasuistische Volk beobachtete ihn, bis er am Verscheiden war, und zog ihndaun sterbend heraus, damit er im Freien und nicht im Tempel stürbe(477 v. Chr.). Was er versuchte, durch Vernichtung des Ephorats daöKönigtum absolut zu machen, führte später Kleo'menes III. durch.

* Der Laut, hinter dem das Zeichen ' sieht, hat de» Ton: Deutschland isibct a'lleS.