Fünftes Luch.
Erstes Kapitel.
Diejenigen Gegenstände, welchewirzu untersuchen beabsichtigten,sind nun fast sämtlich besprochen. Es scheint daher angemessen, hierandie Untersuchung über die Ursachen der Revolutionen anzuschließen,wobei die Anzahl und Natur dieser Ursachen, die nach dem Charakterder Verfassung sich verschieden gestaltenden Umwälzungen, das Ver-hältnis der neuen Verfassungszustände zu den früheren, aus welchensie in der Regel hervorgegangen, die Erhaltungsmittel der Ver-fassungen für alle überhaupt und für jede einzelne im besonder»,Gegenstände unserer Betrachtung sein werden.
2. Hier hat man sich zunächst an den schon früher ausgesproche-nen Satz zu erinnern, daß bei der Einrichtung vieler Verfassungendie Schöpfer derselben zwar alle darin einig waren, den Gedankender Gerechtigkeit und verhältnismäßigen Gleichheit für alle Staats-angehörigen zu Grunde zu legen, daß sie aber in der Ansführungdesselben fehlgingen. So entstand Demokratie aus der Meinung, esberechtige die Gleichheit in irgend einem beliebigen Stücke zur Gleich-heit schlechthin (wie z. B. einige aus dem Umstande, daß alle vongleich freier Geburt sind, die absolute Gleichheit aller untereinanderbeanspruchen). So entstand Oligarchie aus der Meinung, als folgeaus der in einem Stücke bei einigen thatsächlich existierenden Un-gleichheit, daß diese nun in allen Stücken den anderen nicht gleich zu