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4 (1895) Politik
Entstehung
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239
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Viertes Buch. Fünftes Kapitel.

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vergrößert und reiche Einkünfte gewonnen haben, so haben alle An-teil an der Staatsregiernng, eben wegen des Übergewichtes, das dieMassen erlangt haben. Vermöge der gewonnenen Muße aber be-fassen sie sich auch wirklich mit Regierung und Verwaltung, wozunun auch die Unbemittelten wegen der aus Staatsmitteln ihnen zu-fließenden Besoldungen befähigt sind. Ja, es hat diese Masse als-dann die meiste Muße; denn die Sorge um ihre Angelegenheitenbehindert sie nicht, während dieselbe gerade die Reichen behindert,und ihnen öfters die Teilnahme an Volksversammlungen oder Ge-richten unmöglich macht. So geht die oberste Gewalt im Staate vonden Gesetzen an die Masse des armen Volkes über. Dies sind alsodie verschiedenen Arten der Demokratie und dies ihre Ursachen.

6. Wir gehen zur Oligarchie über. Die erste Form der-selben findet sich da, wo die Mehrzahl Vermögen, aber ein mäßigesund nicht gar großes besitzt, welches alsdann den Besitzer zur Teil-nahme an den Regierungsrechten befähigt. Und gerade wegen dergroßen Anzahl der auf diese Weise zur politischen Gewalt Berechtig-ten liegt die höchste Staatsgewalt notwendig nicht in den Händender Menschen, sondern ruht beiin Gesetze. Je weiter ihre große An-zahl sie von einer monarchischen Einheit entfernt, je weniger ein nurmäßiges Vermögen ihnen die Hingabe an sorglose Muße verstattet,wobei sie jedoch bemittelt genug sind, um des Unterhaltes aus Staats-mitteln nicht zu bedürfen, umsomehr werden sie geneigt sein, dieHerrschaft des Gesetzes der Herrschaft ihresgleichen über sie vorzu-ziehen.

7. Sind hingegen der Begüterten weniger, als in der eben auf-gestellten Art, ihr Vermögen aber größer, so entsteht diezweiteForm der Oligarchie. Hier nämlich erzeugt der Besitz größererMachtmittel auch größere Ansprüche; die Reichen wählen daher ausder Zahl der übrigen Bürger die in die Staatsverwaltung eintreten-den. Weil ihre Macht aber noch nicht so groß ist, daß sie ohne Ge-setz herrschen könnten, so geben sie Gesetze, welche für diesen Zustandpassen. 8. Steigert sich aber intensiv ihre Macht dadurch, daßihre Anzahl noch geringer, ihr Vermögen noch größer wird, so ent-steht die dritte Stufe der Oligarchie, in der sie, freilich »acheinem Gesetze, kraft dessen nach ihrem Tode ihre Söhne ihnen im