Viertes Buch. Fünftes Kapitel.
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vergrößert und reiche Einkünfte gewonnen haben, so haben alle An-teil an der Staatsregiernng, eben wegen des Übergewichtes, das dieMassen erlangt haben. Vermöge der gewonnenen Muße aber be-fassen sie sich auch wirklich mit Regierung und Verwaltung, wozunun auch die Unbemittelten wegen der aus Staatsmitteln ihnen zu-fließenden Besoldungen befähigt sind. Ja, es hat diese Masse als-dann die meiste Muße; denn die Sorge um ihre Angelegenheitenbehindert sie nicht, während dieselbe gerade die Reichen behindert,und ihnen öfters die Teilnahme an Volksversammlungen oder Ge-richten unmöglich macht. So geht die oberste Gewalt im Staate vonden Gesetzen an die Masse des armen Volkes über. — Dies sind alsodie verschiedenen Arten der Demokratie und dies ihre Ursachen.
6. Wir gehen zur Oligarchie über. Die erste Form der-selben findet sich da, wo die Mehrzahl Vermögen, aber ein mäßigesund nicht gar großes besitzt, welches alsdann den Besitzer zur Teil-nahme an den Regierungsrechten befähigt. Und gerade wegen dergroßen Anzahl der auf diese Weise zur politischen Gewalt Berechtig-ten liegt die höchste Staatsgewalt notwendig nicht in den Händender Menschen, sondern ruht beiin Gesetze. Je weiter ihre große An-zahl sie von einer monarchischen Einheit entfernt, je weniger ein nurmäßiges Vermögen ihnen die Hingabe an sorglose Muße verstattet,wobei sie jedoch bemittelt genug sind, um des Unterhaltes aus Staats-mitteln nicht zu bedürfen, umsomehr werden sie geneigt sein, dieHerrschaft des Gesetzes der Herrschaft ihresgleichen über sie vorzu-ziehen.
7. Sind hingegen der Begüterten weniger, als in der eben auf-gestellten Art, ihr Vermögen aber größer, so entsteht diezweiteForm der Oligarchie. Hier nämlich erzeugt der Besitz größererMachtmittel auch größere Ansprüche; die Reichen wählen daher ausder Zahl der übrigen Bürger die in die Staatsverwaltung eintreten-den. Weil ihre Macht aber noch nicht so groß ist, daß sie ohne Ge-setz herrschen könnten, so geben sie Gesetze, welche für diesen Zustandpassen. — 8. Steigert sich aber intensiv ihre Macht dadurch, daßihre Anzahl noch geringer, ihr Vermögen noch größer wird, so ent-steht die dritte Stufe der Oligarchie, in der sie, freilich »acheinem Gesetze, kraft dessen nach ihrem Tode ihre Söhne ihnen im