Viertes Buch. Viertes und fünftes Kapitel. 237
allgemeines sein kann.o Hiermit wären nun die Arten von Demo-kratie unterschieden und festgestellt.
Fünftes Kapitel.
Das unterscheidende Merkmal einer ersten Art von Oligarchiebesteht darin, daß das Gelangen zu obrigkeitlichen Ämtern von einemso hohen Census abhängig ist, daß er die die Mehrzahl ausmachendenArmen von der Regierung ausschließt, die nur denen zugänglich ist,welche das gesetzlich verordnete Vermögen erwerben. In einer zweitenArt berechtigt ebenfalls ein hoher Census zu Staatsnmtern, aberman ergänzt sich, wo der berechtigten Individuen nicht genug vor-handen sind, durch Kooptation. Berücksichtigt man dabei alle^, so istdies mehr aristokratisch, beschränkt inan sich aus eine bestimmte Zahl,oligarchisch. Eine dritte Form ist die, wo der Sohn dem Vater imAmte folgt. Die vierte Art endlich verbindet die erwähnte Erblich-keit der Ämter mit der an die Stelle des Gesetzes tretenden Herrschaftder Magistrate, und diese Form ist unter den Oligarchien ein Seitcn-stück dessen, was Tyrannis unter den Monarchien, und die zuletzt be-sprochene Demokratie unter den Demokratien ist. Daher gibt mandenn auch einer derartigen Oligarchie die Benennung Dynasten-regiment.
2. Dies sind die verschiedenen Arten von Oligarchie und De-mokratie. Dabei darf man aber eine sich an vielen Orten darbietendeErscheinung nicht übersehen, daß mancher Staat, ohne eigentlich de-mokratische Verfassung zu haben, dennoch infolge der herrschendenSitte und Lebensweise volkstümlich verwaltet wird 2 , und daßebenso umgekehrt mancher Staat von einer gesetzlich mehr demo-
8. Wie das Gesetz es ist.
1. Und nicht bloß die Begüterten.
2. Gerade so wie heute auch der Selbstherrscher in einigen Ländernder äußeren Form nach mit Hilfe der Truppen unumschränkt zu herrschenscheint, die demokratischen Formen in Sitte und Leben aber nicht brechenkann, vielmehr die „öffentliche Meinung" über sich erkennen muß, mit deres denn freilich im gründe nicht allzuviel auf sich hat, da es der Tyranneinicht an Mitteln fehlt, öffentliche Meinung zu machen.