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4 (1895) Politik
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Aristoteles, Politik.

welches die beste Staatsverfassung ist, und wie beschaffen d i e seinmüßte, welche falls kein äußerliches Hindernis eintritt, die ammeisten wünschenswerte sein dürste. Sie hat ferner anzugeben, welcheVerfassung für ein bestimmtes Volk paßt, und welche nicht; dennvielen ist die Erreichung der absolut besten wohl geradezu unmöglich.Der tüchtige Gesetzgeber und der wahre Staatsmann muß daherebensowohl die absolut vorzüglichste, als die nach den vorliegendenUmständen relativ beste genau kennen, und weiter muß er im ständesein, die Idee einer dritten zu fassen, zu der ihm nach einer gewissenAnnahme die Daten gegeben werden. Denn auch bei einer ge-gebenen Verfassung muß er zu erforschen wissen, wie sie wohl insLeben treten, und wodurch sie, wenn das geschehen ist, die längsteDauer erhalten kann. Dieser Fall kommt z. B. in Betracht, wenneine Stadt weder überhaupt die beste Verfassung besitzt, und dabeidie zu ihrem Bestehen notwendigen Elemente nicht ausreichend vor-handen sind, noch selbst nur eine so gute, als sie auf der Grundlageder gegebenen Bedingungen möglich wäre, sondern eine schlechtere.

3. Außerdem aber muß er ermitteln können, welche Verfassungfür alle verschiedene Staaten einein jeden a in beste n paßt. Dennhier sind die Schriftsteller über Politik, wenn sie auch im übrigenviel Gutes sagen, in der Angabe des praktisch Brauchbaren fehl ge-gangen. Nicht bloß auf die beste Verfassung nämlich hat man den Blickzu richten, sondern auch auf die mögliche, ingleichen auf eine solchedie sich überall leichter einsühren und allgemeiner anwenden läßt.Unsere heutigen Politiker aber suchen entweder die höchste Spitze einerVerfassung 2 , die zu ihrer Vollkommenheit einer großen Masse vonäußeren Begünstigungen bedarf, oder sie stellen eine mehr praktischeauf, und dann preisen sie, mit Verwerfung der übrigen bestehen-den Verfassungen, die lakonische oder sonst eine. 4. Es ist abervielmehr die Aufgabe, eine solche politische Ordnung einzuführen,

2. Der Ausdruck:die höchste Spitze einer Verfassung" gibt daSaristotelische rh-- nicht ganz genau wieder. Es istdie auf

der schwindelnden Höhe der Abstraktion stehende Verfassung" gemeint, mitder, wie Aristoteles mit leisem Spotte sagt, es meist die politisierendenPhilosophen feiner Zeit zu thun haben.