Viertes Such
Erstes Kapitel.
In allen Künsten und Wissenschaften, die sich nicht bloß anseinen Teil ihres Gegenstandes beschränken, sondern denselben er-schöpfend behandeln, hat eine jede alles das zu erforschen, was zuihrem Gegenstände gehört. So hat z. B. die Wissenschaft der Gym-nastik anzugeben, welche Leibesübung dem Körper nützt, und wie derKörper zu sein hat, dem sie nützt; ferner welches die beste ist (denndem durch Natur und Pflege am schönsten ausgestatteten muß geradedie beste gemäß sein), und welche für die meisten durchschnittlich ambesten paßt: alles dies sind Fragen, deren Beantwortung der Gym-nastik anheimfällt. Ja, selbst wenn jemand kein Verlangen trüge,die für die Künste des Wettkampfes erforderliche Geschicklichkeit undKenntnis zu erreichen, so ist es nichtsdestoweniger Aufgabe des Turn-lehrers und Gymnastikers, auch unter solchen Bedingungen der vor-handenen Anlage die nötige Ausbildung zu verschaffen.
2. Ähnlich sehen wir dies beim Arzte, Schiffbauer, Schneiderund in jeder anderen Kunst eintreten. Es muß daher ebenso auch dieSache ein und derselben bestimmten Wissenschaft sein, zu ermitteln.
1. Weder mangelnde Neigung noch mangelnde Anlagen entbinden dieWissenschaft von der Pflicht, auch unter diesen Umständen die zweckmäßigsteWeise anzugeben, ebenso wie die Arzneiwissenschaft auch den Kranken gutund richtig behandeln muß, der nicht mehr wiederherzustellen ist, wie Ari-stoteles selbst in der Rhetorik!, Kap. 1 sagt.