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4 (1895) Politik
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Drittes Buch. Siebentes und achtes Kapitel.

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Vermögen und den Willen hat zu gehorchen und zu regieren zumZwecke eines Lebens in sittlicher Vollkommenheit.

Achtes Kapitel.

Gesetzt aber, es gibt im Staate einen Menschen von so über-ragender Tugend, oder ihrer mehrere, deren Anzahl jedoch einenStaat nicht auszufüllen vermöchte, daß die Tugend und das politischeVermögen aller anderen mit denselben Eigenschaften jener mehrerenoder jenes einen überhaupt gar nicht zu vergleichen waren, so sindsolche Menschen nicht mehr als ein Teil des Staates anzusehen.Ihnen würde Unrecht geschehen, wenn man ihnen gleiche Rechte wieden übrigen zuerteilte, während sie diesen an Tugend und politischerGröße so ungleich sind; vielmehr wäre ein solcher Mann wie einGott unter den Menschen zu betrachten, i

2. Es liegt hierin ein neuer Beweis, daß bei der GesetzgebungIndividuen von gleicher Abkunft und gleichem Talente notwendig vor-ausgesetzt werden. Für Menschen der obigen Art aber gibt es keinGesetz; denn sie selbst sind das Gesetz. Za, wer für sie Gesetze gebenwollte, würde sich lächerlich machen, und sie würden einem solchenwahrscheinlich so antworten, wie beim Antllsthenes? die Löwen, als

1.Hier, wie in dem Satze zu Ende des Kapitels, schwebte dem Ari-stoteles ohne Zweifel sein Alexander vor, der einem Gotte gleich herrschenmuß, über den niemand herrschen kann, nicht einmal das Gesetz. Fürihn, sagt der Philosoph, ist kein Gesetz, da er sich selber das Gesetz ist.Man könnte ihn etwa aus dem Staate werfen, aber über ihn regierennicht, so wenig als über den Jupiter. Es bleibt nichts übrig, als einemsolchen gern zu gehorchen." Hegel, Gesch. d. Phil., Bd. 2, S. 401. ZuAristoteles' Zeit trug eine Persönlichkeit, wie die Alexanders, und der Ver-fall, ja die Versunkenheit der Demokratieen viel dazu bei, den Gedankender Massenstaaten und des Königtums aufzubringen, und wir sehen, welcheFortschritte derselbe in der Zeit der Diadochen gemacht hat. Man ver-gleiche die schöne Stelle bei Plutarch im Leben des Demetrius, Kap. 13.

2. Ein Schüler des Sokrates. Bei Äsop antworten die Löwen:die Forderung sei angemessen, wenn sie durch Krallen und Zähne, wie sieLöwen besäßen, unterstützt werden könnte.