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Aristoteles, Politik.
bei den Personen besteht. Denn dies ist schwierig und gehört in dasGebiet der politischen Philosophie.
2. Hier möchte nun jemand vielleicht den Grundsatz aufstellen,es müßte schon das Voraushaben irgend eines beliebigen Gutes dieBerechtigung zu einer ungleichen Verteilung der Staatsämter ge-währen, wenn in allen übrigen Stücken kein Unterschied, sondernvöllige Gleichheit vorhanden wäre; denn ein solcher persönlicher Wert-unterschied bedinge auch für die mit demselben behafteten ein anderesRecht und eine andere Würdigkeit. Aber in der That, wenn daswahr ist, dann wird auch die Farbe^, die Größe oder sonst irgendein anderer Vorzug den damit zu ihrem Vorteil ausgestatteten Indi-viduen, die Befugnis zum Genuß größerer politischer Rechte verleihen.Hier liegt die Unwahrheit doch wohl auf der Hand! und es ist dasauch aus der Betrachtung der anderen Wissenschaften und Talente zuersehen. Wenn mehrere Flötenspieler gleich gut Flöte blasen, so wirdman doch denen unter ihnen, die von edlerer Abstammung sind, darumnicht die besten Flöten geben wollen (denn sie werden deshalb nichtbesser spielen 5), sondern es muß derjenige, der in seinen Leistungendie anderen übertrifft, auch hinsichtlich des Instrumentes vor ihnenden Vorzug haben. — 3. Sollte diese Behauptung noch nicht hinläng-lich erwiesen scheinen, so wird eine weitere Ausführung sie deutlichmachen. Gesetzt, die Leistungen eines Individuums im Flötenspielwären überwiegend trefflich, es stände aber einem anderen an Adelund Schönheit weit nach, so würde man dennoch, wenn auch jede dergenannten Eigenschaften, — nämlich Adel und Schönheit, — für sichschon ein wertvolleres Gut ist als ein treffliches Flötenspiel, und derVorzug beider vor dem Flötenspiel nach Verhältnis größer ist, als derVorsprung, den jener als Flötenbläser hat, — gleichwohl diesemletzteren die besseren Flöten geben müssen; wo nicht, so müßte man an-nehmen, daß der Vorzug, den Reichtum und Adel gewähren, fördernden
4. Aristoteles ist sehr zurück hinter der christlichen Zeit und Bildung,welche es wirklich dahin gebracht hat, auch die Hautfarbe zu einemGrunde politischer Bevorrechtung zu machen!
5. Zu dieser einfachen Wahrheit hat sich der moderne Feudalstaat nochnicht erhoben!