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4 (1895) Politik
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Aristoteles, Politik.

sein wer sie wollen 2 , und die Mehrzahl von ihnen teilt sich in die Güterder Minderzahl, so richten sie den Staat offenbar zu gründe. Nun aberist das sicherlich nicht Tugend^, was einen damit behafteten Gegen-stand zu gründe richtet, noch ist die Gerechtigkeit ein Staaten zerstö-rendes Element. Es kann also auch eine solche Anordnung unmöglichgerecht sein. 2. Ferner wären dann auch alle Handlungen, welcheder Tyrann verübt, notwendig gerecht. Denn in der Gewalt, die erübt, weil er der stärkere ist, verfährt er ebenso, wie die Menge gegendie Reichen. So müßten nun wohl die Minderzahl und die Reichenherrschen? Wenn nun aber auch diese ebenso verfahren, und rauben,und der Menge ihr Eigentum nehmen, ist das gerecht? Dann wärees ja auch das erste! Folglich liegt die Verkehrtheit und Ungerechtig-keit in allen diesen Verhältnissen auf der Hand.

3. Also sollen die Vornehmen regieren und die höchste Staats-gewalt in Händen haben? Demnach werden notwendig die übrigeninsgesamtEhrlose" sein; denn sie sind von den Ehren, die dieStaatsämter verleihen, ausgeschlossen, von den Ehrenbeweisen, dienach der allgemeinen Meinung mit den Staatsämtern zusammenfallen.Wenn aber immer dieselben regieren, so sind die anderen notwendigdavon ausgeschlossene Ehrloses Nun, so wird es wohl besser sein,wenn einer, und zwar der vortrefflichste herrscht? Aber das ist janoch oligarchischer; denn dann werden derer, die ohne politische Ehrensind, noch mehr! Also möchte man vielleicht meinen, es sei überhauptverkehrt, wenn nicht das Gesetz, sondern ein Mensch, dessen Seeleder Anwandlung der gewöhnlichen Leidenschaften unterliege, derSouverän sei. Aber angenommen, das Gesetz sei es, aber ein oligar-chisches oder demokratisches, was wird das hinsichtlich jener Übelstände

2. Zum Unterschiede von dem ersten Fall, der die Mehrzahl als Armebestimmte.

3. Ethik I, 11:Nirgends in menschlichen Dingen ist eine größereDauerhaftigkeit anzntreffen, als in den Dingen, welche die Tugend schafftund wirkt. Sie scheinen sogar länger Bestand zu haben, als selbst dieWissenschaften."

4. Der griechische Ansdruck läßt die Ungerechtigkeit noch schroffer hervor-

trcten. Aristoteles operiert mit dem AusdruckEhrlose" und braucht

ihn allgemeiner, während er, als ein bestimmter politischer Begriff immeran eine Strafe erinnert. Bergl. oben die Anmerkung zu III, I, § 2.