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Drittes Buch.
die Stantsgewalt in die Hände gegeben hätte, — (Oligarchie abersoll nach unserer Bestimmung da sein, wo eine Minderzahl der Sou-verain ist) so würde man sagen können, unsere Eintheilung der Staats-Verfassungen sei nicht richtig getroffen.
6. Aber wenn man nun auch wirklich immer Neichthum undMinderzahl, und Nrmuth und Mehrzahl verbinden und hienach dieVerfassungen benenne», und Oligarchie die Verfassung heißen wollte,in der die reiche Minderzahl die Staatsgewalt hat, und Demokratiedie, wo die die Mehrzahl bildenden Armen regieren: so hat das eineandere Schwierigkeit. Denn wofür werden wir die eben erwähntenFormen zu halten haben, nämlick die, in der die reiche Mehrzahl, unddie, in der die arme Minderzahl souverain ist, wen» es außer denoben erwähnten keine andere Verfassung mehr giebt?
7. Folglich ergiebt sich wohl ans der Untersuchung deutlich dies,daß die geringere oder größere Zahl derjenigen, die die oberste Gewaltin Händen haben, sowohl in den Oligarchien, als in den Demokra-tien ein zufälliger Umstand ist, weil überall der Neichen wenige, derArmen viele sind, und daher kommt es auch nicht vor, daß die erwähn-ten Ursachen neue Versassungsunterschiede entstehen lassen, sonderndas, worin Demokratie und Oligarchie von einander unterschiedensind, ist Nrmuth und Reichthum. Und wo der Reichthum, sei es einerMinder- oder einer Mehrzahl die höchste Gewalt in die Hand giebt,da ist nothwendig Oligarchie, und wo die Armen regieren, Demokra-tie. Aber es ist, wie bemerkt, ein Accidens, daß dort immer wenige,
ch Aristoteles braucht ben Ausdruck „Accidens" , deu Aus-
druck der strengeren Schulsprachc. In seinem logischen Werke erklärt er dies,alS zufällige Eigenschaft, die ohne wesentliche Alterirung anwesend und abwe-send ist vom Subjecte, und von ihm trennbar und unabtrennbar ist. Z. B.Schlafen ist ein trennbares, die schwarze Farbe ein unabtrennbares Accidensbeim Naben und bei dem Aethivpicr. Man kann sich aber einen weißen Na-ben vorstellen, und einen Aethivpicr, der die Farbe verloren, ohne wesentlicheBeeinträchtigung des Subjects. Man bestimmt e6 auch so: Accidens ist, wasan demselben Dinge sein und nicht sein kann, und (wohin der Fall im Textgehört) was weder Gattung, noch Art, noch Eigenthümlichkeit ist, aber immeran dem Subjecte haftet, wiewohl ohne die Kraft eines Arten bildenden Unter-schieds. Diese logischen Bestimmungen sind auch in den konstruktiven Schriftendes Philosophen immerfort thätig.