184
Drittes Buch.
vielen Arten der Mensch und die menschliche Gesellschaft regiert wird.Und da ist in den ersten Untersuchungen, in welchen die Hauswirth-schaft und das Herrenverhältniß bestimmt wurde, bereits gesagt wor-den"), daß der Mensch von Natur ein politisches Wesen sei,weshalb ihn ein natürlicher Trieb, auch ohne das Bcdürsniß gegen-seitiger Hülfsleistung, nichts desto weniger zu der Gemeinschaft mitseines Gleichen hindrängt. — 3. Allerdings läßt nun aber auch dergemeinsame Nutzen die Menschen zusammentreten, insofern ein glück-liches und würdiges Leben im Interesse eines jeden Einzelnen ist.Und dies ist nun ganz vorzüglich der Zweck, sowohl füralle insgesamt, als auch für jeden Einzelnen. Ja es tre-ten die Menschen auch um des bloßen Lebens selbst willen zusammen,— denn in ihm liegt doch wohl auch ein Element zu dem würdigenund glücklichen Leben — und halten am Staatsvcrein fest in Hinsichtauf die bloße äußerliche Existenz, sobald die Lasten desselben für dasLeben nur nicht zu drückend sind. Auch lehrt die Erfahrung, daß diemeisten Menschen vieles Ungemach ans Liebe zum Leben ertragen, dain demselben für sie eine Art Genuß und eine natürliche Süßig-keit liegt.
4. Aber auch der Unterschied der gewöhnlich ausgeführten Artender Herrschaft ist leicht aufzustellen, — Unterschiede, aus die wir in denexoterischen Lehrvorträgen zum östern zu sprechen kommen. So be-zweckt daS Herrenverhältniß (Despotie), — obgleich genau genommenderjenige, der von Natur Sklave, und derjenige, der von Natur Herrist, dasselbe Interesse haben — dock nur den Nutzen des Herrn, dendes Sklaven aber nur bcdingterweise, indem, wenn der Sklave zuGrunde geht, das Herrenverhältniß nicht bestehen kann. 5. Die
S. oben I, Kap. >. §. S. und vergl. Ethik an Nikvmach- VIII,Kap. 14. Enden,. VII, 10.
2) Borträge und Schriften, in welchen Ar. dieselbe Materie gelegent-lich besprach, nennt er exotcrische. Sie find denen entgegengesetzt, I» welchensie den wesentlichen Stoff der Untersuchung anSmachtc. Dann aber sind exote-rische Schriften solche, die nicht einen wesentlichen Theil der Schriften dcSSystems bilden, als GelegenhcitSschriften und Dialoge für ein größeres Publi-kum. So hierüber L<I. 8tal,r. ^rUlotcU» II. 275 fgd. Biese Philos. d. Arlsi. II,S. 566 und die Zusätze am Ende des ersten Bandes.