Siebentes Kapitel.
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wohnen von denen, die sie bestechen könnten. Das Mittel aber, dassie gegen diesen Versassnngsfchler anwcnden, ist ungereimt und erin-nert weniger an Staats- als an Dynastenwesen ^).
7. Nicht selten nämlich treten einige von ihren Kollegen oderauch von Privaten zusammen und setzen die Kosmen ab, welche übri-gens auch mitten in ihrer Amtszeit ihre Stelle niederlegen dürfen.Alles dies mußte nun eher nach einer gesetzlichen Ordnung als nachWillkühr der Menschen vor sich gehen, denn die ist keine sichere Richt-schnur. Das Allerschlimmste aber ist die Suspension des ganzen Kos-mats durch mächtige Familien, welche diese zum öftern veranstalten,wenn sie keine Lust haben, sich dem Ausgange eines Rechtsstreits zufügen. Hieraus ergiebt sich deutlich, daß der dortige Zustand derDinge wohl nach einer Verfassung aussicht, aber eigentlich keine Ver-fassung ist, sondern eher eine Geschlechterherrschast. Auch ist es üb-lich, daß mächtige Familien vermittelst eines aus dem Volke und ausihrer Parthci gebildeten Anhangs Monarchie einführen, und sich gegeneinander in Aufruhr und Kampf befinden.
8. Und was ist dies anders als ein zeitweiliges Aufhören desStaats überhaupt, der so kein Staat mehr ist, sondern ein Zustandder Auflösung des bürgerlichen Vereins? In einem solchen aber läuftderselbe Gefahr, jedem, der ihn angreifen will und kann, zur Beute zuwerden; indessen wird er, wie schon gesagt, durch seine Lage geschützt,die hier so viel wirkt wie sonst das Mittel der Frcmdcnausweisung.Daher bleiben auch die Verhältnisse der hörigen Leute aus dem plattenLande bei den Kretern ungestört, während die Heloten oft abfallen.Denn erstlich gehören die Kreter zu keiner auswärtigen Macht, unddann hat sich erst neuerlich der Fremdenkrieg auf die Insel herüber-gezogcn, durch welchen dann die Schwäche der dortigen Gesetze an denTag gekommen ist. So viel über diese Verfassung.
'5 D. h. gegen die Unverantwortlichkcit, Lcbenslänglichkeit »nd die zu hoheMachtbcfugniß des KoSmcnamtS.
8) Herrschaft weniger großer Familien.
8) Diesen Krieg bezieht Hörkh (Kreta III, 08 ) auf die Expedition derVhvkische» TcmpclräubcrS PholäkoS, der sich zulcht mit seinen Soldnern nachKreta wandte und in den Dienst der kretischen Stadt KnossvS trat. Die Ge-schichte dieses militärischen Abenteurers spielte zur Zeit Philipps pon Makedo-nien, an dessen Hose Aristoteles damals lebte.