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Zweites Buch.
einander nicht genau, und cs ergab sich das Gegentheil des von demGesetzgeber beabsichtigten Nutzens: er machte den Staat arm, und dieEinzelnen geldsüchtig.
So weit meine Bemerkungen über die Lacedämonische Verfas-sung, die wohl alles das berühren, woran man am meisten Anstoßnehmen kann.
Siebentes Kapitel.
Die Kretische Verfassung kommt der vorigen sehr nahe, istBett, auch in einigen unerheblichen Stücken nicht schlechter, aber in denmeisten weniger ausgebildet. Nach innerer Wahrscheinlichkeit und nachäußeren Berichten ist nämlich die Verfassung der Spartaner größten-theils der Kretischen nachgebildet, und alte Einrichtungen sind gewöhn-lich stets weniger organisch entwickelt als neuere. Es heißt nämlich,daß Lykurg, als er nach Niederlegung der Vormundschaft über denKönig Charilaos sich in die Fremde begeben, damals den größtenTheil der Zeit sich in Kreta ausgehalten habe, da er dort stammver-wandte Einwohner fand; denn die Lyktier') waren Kolonisten derLakonen. Es nahmen aber die zur Gründung der Kolonie ausge-sandten die bei den damaligen Bewohnern bestehende politische Ord-nung an, weshalb auch noch heute die abhängigen Bewohner desplatten Landes in derselben Weise darnach leben, da Minos die Ord-nung der Gesetze zuerst eingerichtet habe.
2. Es scheint die Insel zur Herrschaft über Griechenland wiegeschaffen und trefflich gelegen zu sein; denn sie liegt im Mittelpunktedes ganzen Meeres hingestreckt, in dessen Umkreis die Hellenen fastalle ihren Wohnsitz aufgeschlagen haben Dazu ist sie aus der einenSeite nur wenig vom Peloponnes, aus der andern gegen Asien hin
Bewohner der alte» Stadt LyktoS auf Kreta, wo sich die Verfassungam reinsien erhielt.
2) Kreta ist eine der größten Inseln des MittelineerS igegen >90Quadratmeilen umfassend und 34 Meilen lang) und in ziemlich gleicher Ent-fernung von den drei Welttheilen, welche dies große Wasserbcin einschließe»,jedoch stets zu Europa gerechnet, dessen südlichsten Punkt sic bildet.