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4 (1895) Politik
Entstehung
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Zweites Buch.

Ehrgeiz zu besitzen sich wohl niemand nm eine solche Stelle bewerbenwürde; und doch erweisen sich Ehrgeiz und Habsucht grade als dieTriebfedern zu den meisten vorsätzlich begangenen Ungerechtigkeiten.

20. Von dem Königthnm, ob dessen Einrichtung für dieStaaten unvortheilhaft oder vortheilhaft sei, soll später gesprochenwerden. Jedenfalls aber wäre es besser, wenn jeder der Könige >2)nicht so wie es jetzt geschieht, sondern nach dem Werth gewählt würde,der sich durch sein eignes Leben herausgestellt hat. Auch hat sich derGesetzgeber offenbar selbst nicht zugetraut, sie zu guten und edlenMännern machen zu können, wenigstens hat er das Mißtrauen, dieseEigenschaften in einem nicht genügenden Grade bei ihnen vorauszu-setzen, woraus sich die Einrichtung erklärt, ihnen auf Gesandtschafts-reisen ihre persönlichen Feinde als Kommissarien mitzugeben, sowie dieAnsicht, Zwietracht unter den Königen zum guten Bestehen des Staatsfür nothwendig zu erachten.

2t. Auch hinsichtlich der Tischgenossenschaften'^), dersogenannten Phiditien, sind bei der ersten Einrichtung die richtigenBestimmungen nicht getroffen. Denn es mußten vielmehr die Beiträgeaus dem öffentlichen Schatze, wie in Kreta, geliefert werden. Bei denLakonen aber sind die Einzelnen zum Beitrag verpflichtet, obgleicheinige wegen großer Armuth diesen Aufwand nicht bestreiten können,so daß grade das Gegentheil von dem entsteht, was der Gesetzgeberbeabsichtigte. Denn nach seiner Absicht sollte das Institut der Tisch-genossenschaften ein demokratisches sein, während es nach dieser Ein-

12) Nämlich: bei den Spartnnern. lieber die Stellung derselben sieheDunckcr Geschichte des AlterthumS IV, S. 3L7372.

13) DieSp ssiticn". Sic hießen ursprünglichAndrem", d. i. Män-nernmhle, denn die Fronen speisten zu Hause und die Knaben und Jünglingebis zm» zwanzigsten Jahre in ihren Abtheilungen, doch durften sie als Zuschauerbei den Männermahlen zugegen sein. Die schwarze Blutsnppe war ein Haupt-bcstandtheil des Mahles der Männer, Wildpret, Geflügel, Waizcnbrvt, Weinund Feigen lieferten die Theilnehmcr. Die einzelnen Tischgenosseuschaftcn (je15 saßen an einem Tische) waren kameradschaftliche Verbindungen, die der mi-litärischen Abtheilnng zu Grunde lagen, und in die durch Ballotement neueMitglieder gewählt wurden. Vgl. Paully's Nea leneyclvp. VI, l, S. 1344.und VI, 2, S. 1550 51.