Sechstes Kapitel.
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und üppiges Leben führen. — 6. Es muß daher bei einer derartigenStaatsverfassung unter den Bürgern eine große Schätzung des Reich-thuins nothwendig aufkommen, zumal wenn sie unter Weiberregimentgerathen, wie das bei den meisten streitbaren und kriegerischen Völker-stämmen der Fall ist, mit Ausnahme der Kelten und etwa sonst der-jenigen, bei denen die Männcrliebe entschieden Sitte ist. Daher ver-fuhr der Dichter, der zuerst den Mythus von der Liebesvereinigungdes Ares und der Aphrodite dichtete nicht ohne guten Grund, daalle dergleichen Völkerstämme zur Männer- oder Frauenliebe einengroßen Hang zeigen. — 7. Eben dies fand nun auch bei den Lakonenstatt, und zur Zeit ihrer Hegemonie ward vieles durch die Weiber zuStande gebracht 4). Und wodurch ist im Grunde Weiberregimcnt vonder Herrschaft der Weiber über die Negierenden verschieden, wenn dieFolgen doch dieselben sind? Jene unweibliche Keckheit, die im gere-gelten Lauf des Lebens zu gar nichts, oder höchstens für den Kriegnützlich ist, erwies sich grade hierin bei den Lakonischen Frauen imhöchsten Grade schädlich. Es trat das bei dem Einfall der Thebanerzu Tage, wo sie, ebenso wie in den andern Staaten, zu nichts zu ge-brauchen waren, dagegen eine größere Verwirrung anrichteten, als derFeind.
8. In den ältesten Zeiten mag freilich diese Erscheinung derUngebundenheit der Frauen bei den Lakonen ihren guten Grundgehabt haben. Da nämlich ihre Feldzüge die Männer fern von der
re» sie i»i Leben genessen, an mehreren Stellen seiner „Gesetze". (In Athenüberwachte eine eigene Polizeibehörde, die „Gynaikonvincn" die Zucht der Frauenim KleidcrluxnS und sonstigem Betragen.) Vgl. Herrmann Lcyrb. der Gricch.Alterthümer §. 48. und Plutarch, im Leben des AgiS Kap. 7.
4> Vgl. Plutarch: Agis Kap. 7, 3. und daselbst Schocmann. Biese.
5) Nach der Schlacht von Leuctra fielen PelopidaS und EpaminondaS ander Spitze eines Thebanischen Heeres in den Peloponnes und in das Sparta-nische Gebiet ein, und die thebanischen Reiter drangen bis in den Hippodromund den Poseidonstempel an der Südseite von Sparta vor, 369 v. Ehr.(Vgl. Plutarchs AgesilaoS Kap. 31. Xenoph. Hellenika Vl, s, 28.) Plutarcherwähnt ausdrücklich des Jammergeschreis und Spektakels, den die Spartani-sche» Weiber damals verführten, die vor Angst von Sinnen und nur nochdazu tüchtig waren, durch Borwürfe ihren Männern die Kopfe noch heißer zumachen, als sie eS olme dies schon waren.