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4 (1895) Politik
Entstehung
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135
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Zweites Buch. Drittes Kapitel.

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meisten von allen sich den bestehenden Staatsformen annähernd, auf-gestellt wissen, so hat er vielleicht recht. Soll sie aber die beste seinnach jener zuerst von ihm aufgestellten Verfassung, dann ist er im Irr-tum; denn leicht möchte alsdann die der Lako'nen, oder eine nocharistokratischere größer» Beifall finden.

10. Nach einer ziemlich verbreiteten Ansicht nämlich soll dieVerfassung die beste sein, die aus allen Verfassungen Bestandteileenthalte, und deshalb lobt man auch die der Lakedämonier. Zn diesernämlich finden einige oligarchische, monarchische und demokratischeBestandteile, indem das Königtum die Monarchie, das Amt derGeronten die Oligarchie vorstelle, das Element der Demokratie aberin dein Epho'renamte liege, da die Ephoren aus dem Volke erwähltwürden. Andere hingegen betrachten die Ephorie als Tyra'nnis undsehen das demokratische Element in den Tischgenossenschaften und inden übrigen Einrichtungen des täglichen Lebens.

11. Zn diesenGesetzen" aber heißt es: es müsse die besteVerfassung aus Demokratie und Tyrannis zusammengesetzt sein^,Formen, die kaum jemand überhaupt für Verfassungen oder höchstensals die schlechtesten von allen ansehen wird. Richtiger ist das Urteilderer, welche mehrere Formen mit einander verbinden wollen. Denndie aus mehreren Elementen zusammengesetzte Verfassung ist auchbesser. Und dann hat Plato's Verfassung offenbar gar nichts Mo-narchisches, sondern nur oligarchische und demokratische Bestandteileund zeigt eine starke Hinneigung zur Oligarchie. Dies erhellt aus derArt und Weise, wie die obrigkeitlichen Beamten angeordnet werden:

12. Plato, Gesetze IV, x. 710 s. Danach stand die jetzige franzö-sische Verfassung mit dem undemokratischen allgemeinen Stimmrechte undihrem Tyrannen an der Spitze ganz auf platonischem Grund und Boden,und es ist herzerfreuend zu sehen, wie der Erzieher Alexanders des Großenüber dieses Gemisch der nacli Plato und Louis Bonapartebesten Verfassung"urteilt. Die einsichtslosen Vergötterer Plato's haben freilich die Sache kurzabgemacht und das ganze platonische Werk derGesetze" ein untergeschobenesgenannt, cbschon der gewichtigste aller Zeugen, der Zeitgenosse und SchülerPlato's, Aristo'teles selbst cs, wie wir sahen, ausdrücklich als eine platonischeSchrift bezeichnet. Das Höchste in dieser Art von Verwegenheit leistet Astin seinem bekannten BuchePlato's Leben und Schriften", S. 330.