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Aristoteles, Politik.
des Aristo'phanes indem Gespräche über die Liebekennen, daß ingewaltiger Sehnsucht die Liebenden in einander überzugehen und auszwei Wesen beide eins zu werden wünschen. — 17. Dabei müssen frei-lich entweder beide oder das eine zu gründe gehen. Im Staate abermuß wegen einer derartigen Gemeinschaft das liebende Wohlwollenwässerig ausfallen, und schwerlich wird ein Vater sprechen: „MeinSohn" oder ein Sohn: „Mein Vater". Denn wie ein wenig Süßig-keit in viel Wasser gethan die Mischung für den Geschmack nicht be-merkbar macht, ebenso wird auch von dem Gefühle der gegenseitigenAnhänglichkeit, das von solchen Namen ausgeht, nur wenig zu bemer-ken sein, da in einem solchen Staate am allerwenigsten sich jemandals Vater von Söhnen oder als Sohn eines Vaters oder in der Gegen-seitigkeit geschwisterlicher Liebe fühlen kann. Denn zwei Dingesind es, welche am meisten in dem Menschenherzen Interesse und Wohl-wollen erwecken: das Eigentum und die Liebe, wovon keines bei denin einer solchen Verfassung Lebenden stattfinden kann.
18. Aber auch jenes Verfahren, wonach die geborenen Kindervon Ackersleuten und Handwerkern in die Klasse der Wächter unddie Kinder von diesen in die Klasse jener versetzt werden, hat in seinerAusführung eine erhebliche Verwirrung zur Folge. Und da müssendie abgebenden und übertragenden Personen doch wohl wissen, wensie abgeben, und an wen! Dazu werden sich hier die oben erwähntenMißverhältnisse in noch verstärkterem Grade einfinden, wie Miß-handlungen, Unzucht, Mord. Denn nun werden nieder die aus derWächterklassezu den anderen Bürgern hingegebenen die oberen Ständemehr ihre Brüder, Kinder, Väter und Mütter nennen, noch die in dieWächterklasse versetzten die niederen Stände ihre Mitbürger, so daßdas Hindernis, welches die Verwandtschaft sonst solchen Verbrechen in
!4. In dem herrlichen Platonischen Gastmahle erzählt der DichterAristophanes, daß ursprünglich außer Männern und Frauen eS noch An-drogi/nen (Mannfrauen) gegeben habe, Gestalten, die, mit vier Armen undvier Füßen versehen, ihr Geschlecht zu einein Körper vereinten. Sie hattenein Haupt auf rundem Nacken, bewegten sich schnell, und waren vongewaltiger Kraft, so daß sie sich den Göttern gleich dünkten. Da trenntesie Zeus durch einen Schnitt, und seit der Zeit sucht jedes so getrenntesich mit seiner Hälfte wieder zu vereinigen.