Zweites Buch. Erstes Kapitel.
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teit und Abwechselung stattfinden, weil sie alle mit einem Male nichtregieren können, sondern entweder ein Zahr ums andere, oder nach sonsteiner andern Ordnung und Zeitbestimmung. Zn dieser Weise derAbwechselung kommen alle zum Regiments, wie wenn etwa dieSchuhmacher und Zimmerleute mit ihrem Berufe wechselten und nichtimmerfort dieselben Leute Schuhmacher und Zimmerleute wären.
6. Da dies aber doch besser so ist, wie es heute einmal ist,so wird es auch wohl für den Staatsverein besser sein, wenn dieRegierung womöglich immer in denselben Händen bleibt. Wo dasaber wegen der von Natur gleichen Berechtigung aller zum Regimentsnicht angeht und mithin die Teilnahme aller an demselben, sei sieein Gut oder ein Übel, nur gerecht ist, da ist es besser, die Ein-richtung zu treffen, daß ihrerseits die Gleichberechtigten, wenn siedie Reihe trifft abzutreten, sich den mit der Regierung Betrautenunterordnen. So regieren beide abwechselnd und werden ebensoregiert und werden gleichsam andere. Auch unter den Regierendenselbst bringt die Verschiedenheit der von ihnen abwechselnd be-kleideten Ämter wieder Unterschiede hervor.
7. Aus diesen Erörterungen ist nun wohl ersichtlich, das; eineEinheit in dem Sinne, wie einige meinen, nicht in dem natürlichenWesen des Staates liegt, und daß dasjenige, was für die Staatenals das höchste Gut ausgegeben wird, dieselben aufhebt. Und dochsoll das, was ein Gut für etwas ist, gerade dessen Wohlfahrt fördern.
Es ist aber auch noch auf einem andern Wege erweislich, daß dasBestreben, eine allzustraffe Einheit in den Staat zu bringen, nichtviel wert ist. Eine Familie nämlich kann alles das, was sie braucht,eher haben, als ein Individuum, und ein Staat eher als eineFamilie; ja es wird der Staat dann erst Staat sein, wenn derVerein seiner Mitglieder durch sich und in sich alles zur ExistenzNötige hinreichend hat. Ist nun ein solcher Zustand, indem man alles,was man braucht, durch sich selbst vollständig hat, der vorzüglichere,so ist auch die Einheit im geringeren Grade der Einheit im höherenGrade vorzuziehen. — 8. Aber selbst zugegeben, daß der möglichst §ap.hohe Grad von Einheit das Beste für einen Staat sei, so scheint ein ssolches Verhältnis doch nicht angemessen durch den Satz ausgedrückt,wonach alle zugleich etwa sagen: „Dies ist mein", und „Dies ist