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4 (1895) Politik
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Aristoteles, Politik.

dritte das ehelich e Verhältnis. Und in der Lhat herrscht der Mannüber Weib und Kinder, als über freie Wesen, aber nicht in derselbenWeise; vielmehr hat seine Gewalt über die erste den Charakter derpolitisch-bürgerlichen und über die Kinderden Charakter einer könig-lichen Gewalt. Das Vernunftgemäße beider Gewalten hat die Naturselbst ausgesprochen, die, wenn nicht etwa einmal eine Abweichungvom Normalzustände stattgefunden 2 , das Wesen des Mannes zumRegiments geschickter machte, als das Wesen des Weibes, und diedein Alter und der Reife die Herrschaft über Zugend und Unent-wickeltheit bestimmte.

2. Nun sind die meisten freien Staaten so eingerichtet, daß inihnen die obrigkeitliche Gewalt zwischen Regierenden und Regiertenabwechselt, denn beide haben das Streben nach Gleichheit und voll-kommener Unterschiedslosigkeit, die der Begriff des Bürgers verlangt,in sich. Indessen sucht man doch dem thatsächlich eingetretenen Unter-schiede für die Dauer seines Bestehens in Repräsentation, Rede undEhrenbezeigungen einen Ausdruck zu geben,und dies hatte auch Ama'sismit seiner Erzählung von dem Fußbadebecken im Sinnes DasVerhältnis aber zwischen Mann und Weib zeigt einen solchen Wechselder Herrschaft nicht, und über die Kinder herrscht das Familienhauptin der Weise einer königlichen Gewalt. Hier wird dem Vater dieHerrschaft durch die Liebe und durch die Reife der Lebensjahre über-tragen, und diese Elemente bilden auch die Form der königlichen

2. Man sieht, Aristoteles nimmt überall vorsichtig auf das Erfah-rnngsmäßige der Wirklichkeit historisch Bedacht.

3. Hcrodo't erzählt: Auf König A'pries folgte Amasiö, den die Ägypterwegen seiner niedrigen Abkunft verachteten. Aber Amasis hatte Geistund verschaffte sich Achtung. Er ließ ein goldenes Becken, in welchen: ermit seinen Gästen sich die Füße wusch, einschmelzen, eine Götterstatuedaraus machen und dieselbe öffentlich aufstellen. Als nun die Ägypterdein Bilde ihre Verehrung bezeigten, berief er eine Versammlung undsprach:Seht, dies Bild war einst ein Becken, in das man spie und urinierte,und in dem inan sich die Füße wusch, jetzt aber erweist man seinem Stoffegöttliche Ehre. Ebenso nun ist es mir gegangen, der ich aus einem schlichtenBürger euer König geworden bin. Früher war ich euresgleichen, jetztaber habe ich Anspruch auf königliche Ehre."