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4 (1895) Politik
Entstehung
Seite
109
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Erstes Buch. Viertes und fünftes Kapitel. 109

auf einmal und plötzlich eine starke Nachfrage, infolge deren er siezu einem Preise, den er beliebig stellte, wieder verpachtete, undso durch Einziehung eines bedeutenden Gewinnes den Beweis führte,daß auch Philosophen, wenn sie wollen, sich mit leichter Mühe be-reichern können, nur sei der Reichtum nicht das Ziel ihrer geistigenBestrebungen.

6. Thales gab nun nach der Sage auf diese Art eine vortreff-liche Probe von seinem Wissen; indessen gehört, wie gesagt, ein der-artiger Fall überhaupt zur Spekulation, wenn jemand sich das Mono-pol von etwas zu verschaffen vermag. Daher verschaffen sich auchmanche Staaten, wenn sie in Geldverlegenheit sind, Einkünfte aufdiesem Wege und eignen sich den Alleinverkauf aller Waren an.

7. Zn Sizilien kaufte einmal ein Mann, bei dem Gelder nieder-gelegt waren, alles Eisen aus den Eisenhütten auf; und als nunaus den Handelsplätzen die Käufer zu ihm kamen, verkaufte er alleinmit einer unbedeutenden Preiserhöhung. Gleichwohl gewann er auffünfzig Talente hundert.

8. Als dies Diom/sius erfuhr, ließ er ihn zwar sein Vermögenmit hinwegnehmen, verbot ihm aber den ferneren Aufenthalt inSprakus, da er sich Einkünfte verschafft habe, die sich mit seinen Ver-hältnissen nicht vertrügen. Die Spekulation des Thales und dieseletztere sind ganz dasselbe, beide verschafften sich durch ihre Klugheitden Alleinverkauf. Auch für Staatsmänner ist die Kenntnis dieserVerhältnisse nützlich; denn viele Staaten sind auf die Spekulationund auf derartige Hilfsquellen, ebenso wie die Familie, und in nochhöherem Grade als diese, angewiesen, daher denn auch die Thätigkeitmancher Staatsverwalter hierauf ausschließlich gerichtet ist.

Fünftes Kapitel.

Es ergaben sich uns in dem Wesen und dem Walten der Kap.Familie drei Verhältnisse. Das erste wardas dienstherrliche,vonwelchem oben geredet worden^, das zweite das väterliche, das

I. Vgl. den Anfang von Kap. 2.