Erstes Buch. Zweites Kapitel.
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geboren, sondern oller Orte», die Barbaren aber bloß zu Hause, inder Ansicht, daß es ein absolut Edles und Freies und ein nicht ab-solutes gebe, wie bei Theode'ktcs" He'lena sagt:
Von beider Eltern Götterstamm' entsprossene,
Wer dürft es wagen, Sklavin zu benennen mich!
Mit einer solchen Ausdrucksweise aber bestimmen sie den Unterschiedzwischen dem Sklavischen und Freien, sowie zwischen Edelgeborenenund Niedriggeborenen lediglich als Tüchtigkeit und Untüchtigkeit;denn sie meinen, wie von einem Menschen ein Mensch, von einemTiere aber ein Tier werde, so auch von einein Edlen nur ein Edler.Freilich will dies die Natur in der Negel bewirken, kann es abernicht immer.
20. Fassen wir alles zusammen, so war nun einerseits jenesSchwanken der Ansichten nicht ganz ohne Grund, und offenbar sinddie Menschen nicht durchweg entweder von Natur frei oder Sklaven.Andererseits trat bei einigen Individuen jener Unterschied als einbestimmendes Merkmal hervor, wonach im Interesse des einen dasDienen, im Interesse des andern das Gebieten liegt; ferner bestimmtenRecht und Notwendigkeit, daß der eine regiert werde und der andereregiere, versteht sich in einer seiner Natur angemessenen Weise, mit-hin auch Herr von Sklaven sei. Eine schlechte Art der Herrschaft aberist für beide Teile unheilvoll. Denn was dem Teile nützt, nützt auchdem Ganzen, und was dein Leibe zuträglich ist, frommt auch derSeele. Solch ein Teil des Herrn aber ist eben der Sklave, und wieein beseelter aber doch trennbarer Teil von dem Körper des Herrn zubetrachten. — 21. Deshalb findet auch zwischen Herrn und Sklaven, K->p. ?wofern die Natur sie dazu schuf, Förderung und Wohlwollen gegen-seitig statt, bei denen aber, die es nicht so, sondern durch Gesetz und
14. Theode'ktes war ein Schüler und Freund des Aristoteles, der ihmeine Schrift über die Nheto'rik dediziertc. Die über ihn erhaltenen Nach-richten weisen darauf hin, daß er kein unbedeutender Schriftsteller war.Außer seinen Dichtungen werden auch noch politische und philosophischeWerke von ihm erwähnt. Aristoteles zitiert in seiner Poetik und Rhetorikbänfig seine Dichtungen. Siche die Anmerkung znr Poetik Kap. XI, § 1,S. 106 der Übersetzung.