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Aristoteles, Politik.
K.1V. !B,kk
jenigen aber, der nach den Grundsätzen der hierher gehörigen Wissen-schaft abwechselnd befehle und gehorche, Staatsmann zu nennen.
3. Es ist dies indessen nicht richtig, und der Grund für dieseBehauptung wird sich aus der von uns schon angewandten metho-dischen Betrachtung i des Gegenstandes ergeben. Wie man nämlichauch sonst bei anderen Objekten ein Zusammengesetztes immer biszum Einfachen hinab zerteilen muß — denn so gewinnt man diekleinsten Teile des Ganzen —, ebenso gewinnt man auch in derScheidung der Bestandteile eines Staates einen schärferen Blick indas Wesen dieser Teile und in ihren Unterschied, und ist möglicher-weise im stände, jeden der ermittelten Begriffe mit Hilfe derWissenschaft festzustellen. Man schlägt dazu am besten den Wegein, die Verhältnisse von Hause aus in ihrem Entstehungsprozessezu betrachten, durch welches Verfahren man wie bei anderen Objektenso auch hier zur vortrefflichsten Einsicht gelangt.
4. Hiernach müssen nun Wesen, die ohne einander nichtbestehen können, sich notwendig paarweise einander zugcsellen, wieMännliches und Weibliches zum Zwecke der Zeugung. Es geschiehtdies nicht etwa aus freier Wahl, sondern nach dein auch den anderenGeschöpfen und Gewächsen von Natur inhaftenden Triebe, ein ihnengleiches Wesen zu hinterlassen. Sodann gesellt sich von Natur ebensoHerrschendes und Beherrschtes zu einander, zum Zwecke der Erhaltung.Dasjenige nämlich, was als intellektuelles Wesen der Voraussichtfähig ist, ist von Natur zum Herrschen und Gebieten, dasjenige aber,was nur mit den Kräften des Leibes die erteilten Befehle auszu-führen vermag, ist von Natur zum Gehorchen und zum Stande desSklaven bestimmt.
5. Deshalb haben Sklave und Herr ein und dasselbe Interesse.Dagegen ist die Bestimmung des Weibes von der des Sklaven vonNatur verschieden; denn nirgends verfährt die Natur in ihrenSchöpfungen so, wie die Eisenschmiede mit dem de'lphischcn* * Messers
1. D. i. nach der genetischen Methode st Fr. Biese, Die Philosophiedes Aristoteles <Berlin 1835), T. II, S. 403.
2. Über das „delphische Messer" fehlen uns bestimmte Nachrichten,die wir indessen nicht vermissen. Aus dem Zusammenhänge ergibt sich
* Der Laut, binler dem daß Zeichenfleht, hat den Len: Deutschland ü'ber atlek.