Einleitung. Zweites Kapitel.
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teles sein Werk zusammentrug, nicht lange vor der Abfassung derNikoma'chischen Ethik, gab es wohl schon Gesetz- und Versassungs-sammlungen x«l noXiTeiüv aber sie waren ver-
glichen mit den Aristotelischen Politiken unbedeutend und in Be-zug auf die Gesetzgebung so mangelhaft, daß Aristoteles an der-selben unten angeführten Stelle der Ethik sagen konnte, es seidieser Punkt noch gar nicht erforscht worden. Gerade der Um-stand nun, daß die politischen Zustände sich ausgelebt hatten, riefeine erschöpfende Darstellung hervor. Aus den Trümmern, diewir noch besitzen, vermögen wir den erstaunlichen Umfang, denReichtum des Inhalts in diesem Politieenwerke zu ermessen,dessen schönste Blüte — außer einigen kleinen politischen Schrif-ten, wie die Schrift „Über den Adel" — die Ethik und beson-ders die Politik sind. Denn wie die Fülle von Geist in derSchrift von den Teilen der Tiere auf der Tiergeschichte, wie dieRhetorik auf dem Studium der Redner und Dichter, so ruht diePolitik auf der Grundlage der „Politieen".
Der einladende Zeitpunkt war indessen durchaus nicht dereinzige Beweggrund für unfern Philosophen, an die Abfassungdieses großen Sammelwerks zu gehen. Die herbe Willkür, mitwelcher Pla'ton in der Aufstellung seines Staates verfuhr, dieganz absonderlichen, aller geschichtlichen Entwickelung wider-sprechenden Vorschläge, die er machte, das ganz Subjektive, zu-weilen Fanatische seiner Forderungen, und das alles in einerSprache, die sein großer Gegner selbst eine prächtige und feier-liche nennt, hatten Aristoteles' historischen Sinn auf das Leb-hafteste verstimmt. Er, der es am Schlüsse der Ethik ausspricht,die Philosophie der menschlichen Dinge vollenden zu wollen, mußtedurch ein Werk wie Platons Staat von dem tiefsten Miß-behagen erfüllt werden, und dies Werk — das ist aus vielenStellen der Politik deutlich zu erkennen — hat durch den großen
2. Nikomachische Ethik am Schluß und zu § 20 die Bemerkung desEustra'tius.
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