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Aristoteles, Politik.
sehr merkwürdige Äußerungen in der Politik nicht wohl andersals in diesein Sinne gedeutet werden. Dahin gehört unteranderem die Äußerung, daß zu seiner Zeit und Gegenwart sichein genuß- und mußevolles Privatleben gebildet hatte, dessenReize so bedeutend waren, daß der Philosoph nicht umhin kann,zu untersuchen: ob das Leben in der Staatsthätigkeit und in denGeschäften oder das beschauliche, den Wissenschaften und Künstenhuldigende Privatleben den Vorzug verdiene, bei welcher Gelegen-heit er sich zwar für das erste entscheidet, aber dabei zu sehrmerkwürdigen Gedanken kommt, indem er die Staatsthätigkeitnicht in dem Kriegs- und Gewaltwesen, nicht in einem Über-gewicht gegen andere, sondern in einem innerlich tiefen Wirkenund Schaffen sieht, das sich auf sich selbst zu beschränken habe,wodurch der Staat sich dem Wesen des Weltganzen und derGottheit annähere. — Das sind Gedanken, die zutreffender undgroßartiger als die Elihu Burrits die Idee des ewigen Friedensund der Abschaffung des Krieges schon leise anklingen lassen. Da-hin gehört ferner die von ihm sehr lebhaft geschilderte Gleich-gültigkeit seiner Zeitgenossen gegen jede Form des Staates.„Das einzige", sagt er einmal, „wozu die Gegenwart noch Lustverspürt, ist die Ausübung der Herrschaft. Kann man aber nichtselbst herrschen, so kümmert man sich um nichts anderes mehrund läßt sich die Herrschaft anderer, vorausgesetzt daß man nichtzu sehr gestört wird, willig gefallen." Der dritte Ausspruchaber ist der merkwürdigste von allen; denn er enthält den Ge-danken des Abschlusses fast bis auf das Wort selbst. „Gefunden",sagt er, „ist so ziemlich alles; aber teils ist es nicht über-sichtlich zusammengestellt, teils benutzt man es nicht, ob-gleich man es kennt." (Politik II, 2, 10.)
Das war der Zeitpunkt, welcher ein Werk wie die Politieen,selbst umfassend und abschließend, naturgemäß Hervorrufen mußte,zumal da manche politische Einrichtungen zu Alexanders Zeit imUntergange begriffen waren und in dem unruhigen Zeiträumenach seinem Tode sich völlig verloren. Zu der Zeit, da Aristo-