Einleitung. Zweites Kapitel.
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fahrungsgrundlage das Gebäude der Doktrin aufrichten. Nuraus der Fülle dieses ungeheuren Politieenmaterials ergaben sichihm, der Gelehrter und Denker zugleich war, die großartigenGesichtspunkte, die scharfen und geistreichen Unterscheidungen, so-wie seine wohlwollende Würdigung des Bestehenden. Aus dergeschichtlichen Forschung entnahm er, was die Natur sich vor-setzte, als sie diese mannigfaltigen Erscheinungen des griechischenStaatslebens hervorgebracht hatte. Die üppige Fülle derselbenverwirrte ihn nicht, die Gegensätze die sich in diesem Leben her-vorthaten, die einseitige Vortrefflichkeit einzelner Staatsformenleiteten sein Urteil nicht nur nicht irre, sondern gerade im Gegen-teil — er gelangte durch das Sichten und Zusammenfassen derErfahrung zur Auswahl des Besten und zur Aufstellung desAllgemeinen und Bleibenden, und dies ist und wird immer Sacheder Wissenschaft sein? Aristoteles* * fand das für alle Zeitenbestimmte Wesen des Staates, den Unterschied zwischen den nor-malen und abnormen Verfassungen, den Politiken und ihren „Pa-rekba'sen", die Sätze vom Bürger und von der besten Verfassung,die Lehre von dem was die Staaten erhält und von dem wassie dem Verfall aussetzt, selbst die der heutigen Staatswissen-schaft so geläufige Lehre von den drei Gewalten, nur durch dievorhin angedeutete Methode, welche die Schulsprache richtig dieSynthe'se der Empiri'e nennt. Sie ist noch heute die einzigrichtige, vorausgesetzt, daß man für ihre Anwendung den richtigenZeitpunkt wählt.
Aristoteles hatte, als er sein ungeheures Material zusammeln unternahm, diesen richtigen Zeitpunkt getroffen. Indem griechischen Staatsleben war, wie schon in dem ersten Kapiteldieser Einleitung auseinander gesetzt ward, ein Abschluß ein-getreten, den der Philosoph selbst empfand. Wenigstens können
I. E'thik X, 9, § iS.
* Der Laut, hinter dem das Zeichen ' steht, hat den Ton: Deutschland ü'ber a'lleS.s-angti'scheidtlkbe B. qrck. u. r-m.Kl. ^Bd. 23; Lsrsl. 10.n Aristoteles IV. 4