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Aristoteles, Politik.
Stellung wird auch sonst in der Natur in entsprechend ähnlichenVerhältnissen angetroffen. Ob die Sklaverei unbedingt notwendigoder nicht, ist nicht ganz zweifellos. Eine große Vervollkommnung— und dies ist eine merkwürdige Äußerung — wonach einunbeseeltes Werkzeug die Dienste eines beseelten zu verrichten imstände wäre, würde ihn überflüssig machen." Dies sind desPhilosophen Bestimmungen des Sklaven in gedrängter Kürze,und mich dünkt es nicht wohlgethan, ihn darum einen Verteidigerder Sklaverei zu nennen. Er hatte nichts zu verteidigen. DieSklaverei war ein allgemein anerkanntes, zu Recht bestehendesInstitut der alten Gesellschaft, und wenn auch der erheblicheUnterschied zwischen sonst und jetzt allerdings der ist, daß dies beiuns nicht mehr der Fall ist, so hat sich doch, was die wirklicheLage der Sache angeht, bei uns noch nicht so gar viel geändert.Nur die bewußte Heuchelei oder Unwissenheit und ein thörichterOptimismus können leugnen, daß unsere Gesellschaft vielfach ver-sklavt ist, daß es Haus-, Staats-, Fabrik- und andere Sklavengibt, daß in manchen Staaten Tausende noch an die Schollegebunden sind und daß es den ersten wenig hilft, daß sie dasRecht der Freiheit haben. Zwar soll der große Fortschritt nichtverkannt werden, der darin liegt, daß diese Staats-, Haus- oderFabrikarbeiter persone »rechtlich keine Sklaven mehr sind; essoll auch auf das Entschiedenste anerkannt werden, daß die Skla-verei dieser Klassen vom sittlichen Standpunkte nicht gerechtfertigtwerden kann. Aber der Sinn der unbefangenen Wahrnehmungempört sich gegen die Zumutung, nach welcher uns angesonnenwird, anzunehmen, als sei die Sklaverei ihrem Wesen nach ausunserer Gesellschaft verschwunden. Das ist nicht der Fall. Nochimmer bedarf die Gesellschaft zu ihrem Bestehen einer Klasse vonMenschen, die vorzugsweise auf niedere Arbeit angewiesen, esallein möglich macht, daß andere, solcher Arbeit überhoben, sichmit edleren Dingen beschäftigen können. Noch immer ist unserbezahltes Gesinde die materielle Grundlage der Familien dergebildeten Klasse, wie der gesellschaftlichen Stellung des gebildeten