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Aristoteles, Politik.
Nötige milgeteilt und hat dafür in alter und neuer Zeit alssogenannter Verteidiger der Sklaverei die strengste Beurteilungerfahren. Ein näheres Eingehen auf den Inhalt dieses vortrefflichenKapitels indessen läßt es als eine große Unvorsichtigkeit erscheinen,in den Chorus dieser auf den Voraussetzungen der modernstenGedanken basierenden Vorwürfe einzustimmen. Allerdings ist einszuzugeben: Aristoteles hält den Zustand seiner Welt für einenvollendeten, für einen absoluten, und macht auf dieser Grundlageden Fehler, die Bestimmungen des Sklaven zu verallgemeinernund das Dasein desselben zu einer absoluten Notwendigkeit zuerheben. Das ist ein Irrtum, und die Folgezeit hat darüber,wenngleich noch nicht überall, entschieden. Aber legen wir dieHand aufs Herz und bekennen, daß von solchen Jrrtümern auchunsere größten Denker nicht frei gewesen sind; denn wer hierstreng sein wollte, der müßte eine Reihe der geistreichsten undinhaltvollsten Gedankenzusammenhänge bei Kant und bei Hegelgeradezu durchstreichen. Abgesehen also hiervon sind gerade dieAristotelischen Bestimmungen über den Sklaven ganz vortrefflich,sind 6ii dloo anzunehmen und verraten eine für jene Zeiten er-staunliche Freisinnigkeit und edle Unparteilichkeit des Urteils, diesich sehr vorteilhaft unterscheidet von der bösartigen Spitzfindig-keit mancher heutigen positivistischen Staatssophisten, die sich ihrezur Unterstützung der Unfreiheit und Inhumanität aufgewandteKunst vierteljährlich gut bezahlen lassen. Die Aristotelischen Sätzesind im wesentlichen diese. So innig die Familie zum Staategehört, so ist doch der Charakter der Familiengewalt und derStaatsgewalt verschieden. Aristoteles weist diese Verschiedenheitnach und gewinnt dadurch die richtige Umgrenzung der Politik.Die Familie wird durch die Hauswirtschaft oder Ökono'mik, derStaat durch die Politik zusammengehalten. Die Familie oder,wie die Griechen sagen, „das Haus" ist eine ökonomische Monarchie,worin der Monarch der Hausherr, die Regierten Frau, Kinderund Sklaven, also jenem natürlich ungleich und untergeordnet.Der Staat dagegen zeigt eine Herrschaft über Freie und Gleiche.