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4 (1895) Politik
Entstehung
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Einleitung. Erstes Kapitel.

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und gerade in einen demokratischen Staat hineingestellt würde. Erkönnte für dieses rücksichtslose Aufgehen seiner Person in denStaatszweck sich durch kein ihm sonst zusagendes Privatlebenschadlos halten, es müßte denn sein, daß auch dieses ganz demCharakter und den Forderungen des Staates entspräche. Im ent-gegengesetzten Falle würde er sich eine strenge und jedenfallssehr lästige Beaufsichtigung gefallen lassen müssen. Die altenPolitiker und unter diesen auch Aristoteles ^ mache» darauf auf-merksam, wie schon durch die Lebensweise, die manche Privatenführten, Neuerungen im Staate hervorgebracht werden könnten.Aristoteles empfiehlt daher, eine Behörde einzusetzen, welche einAuge auf diejenigen haben solle, deren Lebensweise den Staats-interessen nachteilig sei, die also z. B. in einem demokratischenStaate sich nicht mit dem Geiste der Demokratie, in einem oli-garchischen sich nicht mit dem der Oligarchie im Einklänge be-finde. Nun muß freilich zugegeben werden (und der. Vorschlagdes Aristoteles selbst deutet es schon an), daß im Verlaufeder Zeit und schon in der Zeit unseres Philosophen der Staats-absolutismus viel von seiner Straffheit verloren hatte, daß sichein genußreiches Privatleben zu bilden anfing, daß die Beschäf-tigung mit den Wissenschaften und unter diesen mit der philoso-phischen Spekulation allgemeiner ward, den gelegentlichen Phi-losophenausweisungen zum Trotze. Aber an ein freies Leben desIndividuums, in der heutigen Bedeutung und in dem von unsheute geforderten Umfange, war nicht zu denken. Dazu warendie Staaten zu klein, die Interessen der Bürger zu sehr in ein-ander verflochten und ganz und gar an das Bestehen des Staatesgeknüpft. Wir, die wir heute in ganz anderen räumlichen undsozialpolitischen Zuständen leben, haben weder von der Kraftdieses Zusammenlebens noch von der zwingenden Gewalt dieserSolidarität eine ausreichende Vorstellung. Bei uns steht z. B.bei einem Kriege nicht gleich alles auf dem Spiele. Leben wir

2. Politik V, 7.