Einleitung. Erstes Kapitel.
7
Ls zu Ende. Vor dieser zweiten Epoche aber und eigentlichschon vor der ersten liegt jene vorhin angedeutete Zeit desStillstandes und des Abschlusses, und in sie fällt das Werkder Aristotelischen Politik, begünstigt durch die immermehr und mehr sich verlangsamende Bewegung des politischenLebens selbst, das nunmehr dem Beobachter einen festen Blickverstattet, und vorbereitet durch eine an philosophischen Systemengeübtere Reflexion, sowie durch den Eintritt der prosaischenDidaktik in die Litteratur. Sie war es, die schon vor Aristote-les' Geburt, in dem achten Jahrzehnt des vierten Jahrhundertsvor der Geburt Christi, sich über alle Richtungen des griechischenStaatslebens verbreitet hatte und die nun in dem Werke dieserPolitik selbst zu ihrer Vollendung gelangt ist.
In unserer Zeit ist das Streben der Menschen daraufgerichtet, ihr Zusammenleben vernünftiger einzurichten. Dies
ist das Ziel, auf welches alle Thätigkeit und Arbeit des sichabmühenden Geschlechts unwissentlich und wissentlich gerichtetist. Wenn ein Mensch ziemlich lange gelebt, sich unterrichtetund in der Welt umgesehen hat, so wird es ihm begegnen,daß er manche Zwecke, deren Erreichung ihm notwendig schien,über Bord wirft und überhaupt die allgemeinen Angelegenheitenin ihrer theoretischen Würdigung, wie in ihrer praktischen Ver-folgung auf ein erheblich kleineres Maß zurückführt. Mag
er nun in dieser Beschränkung so weit gehen als er will:eine große, wahrhaft allgemeine Angelegenheit wird er nichtbeseitigen wollen, nämlich diese: daß sowohl die einzel-nen Individuen, als die kollektiven Individuen, dieNationen und Völker, endlich einmal es als ihren letztenZweck ansehen, an ihren guten Eigenschaften gegenseitigFreude zu haben, und sich dieselben gegenseitig zu gutekommen zu lassen. Unter den vielen allgemeinen Ideen und Auf-gaben, in deren Dienst die Menschen selbst gegen ihre Überzeugungund ihren Willen gezogen werden, nimmt diese wahrlich nichtdie letzte Stelle ein. An der Erbitterung des Kampfes, an