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II. 15. Kossnth Lajos.
Verhandlungen gedruckt hinauszugeben, war also nicht zu denken, und soverfiel man auf den Ausweg dies geschrieben zu thun; die Rcdactionsollte Köleseh übernehmen. Als dieser cs ablehute machte Joseph Orosz,der sich bereits durch eine Schrift über den Landtag vom I. 1830 vor-lheilhaft bekannt gemacht hatte, das Anerbieten sich im Verein mit KarlHajnik und Ludwig Kossnth der Aufgabe zu unterziehen. Allein das wolltenwieder die Andern nicht. Graf Georg Andrässy äußerte laut, er hege znKossnth kein Vertrauen; die Regierung legte Verwahrung gegen Leuteein die „unter gerichtlicher Action gestanden", zu einer derartigen Vcr-trauenssache befähige nur makellose Reputation. Als Organe des Land-tags bekamen nun Kossnth und Orosz die Concession nicht; allein esscheint daß man ständischerseits ein Auge zudrückte und ihnen stillschwei-gend allen möglichen Vorschub zur Herausgabe einer geschriebenen Reichs-tagszeitung leistete, die sic auf eigene Kosten und Verantwortung unterdem Titel tnäositäsoU (Landtags-Berichte) im Pränu-
merationswegc in's Leben riefen. Das Zusammengehen der Beiden dauerteübrigens nicht lang, da Orosz mehr der conservativen Richtung zuneigte,während Kossnth mit Vorliebe im oppositionellen Fahrwasser trieb. Erredigirte jetzt sein Blatt allein, indem er mit Hilfe flüchtig gemachterNotizen die einzelnen Reden während der Sitzung zu Papier brachte undsie dann, hier etwas ergänzend dort den Styl abrundend, einer Anzahljunger Leute in die Federn dictirte. Das Blatt erschien zweimal in derWoche und konnte bei den namhaften Herstellungskosten keine zahlreichenAbnehmer finden; aber es gab kein Comitat, keine größere Gemeinde,keinen Casino-Verein wo es nicht gehalten wurde, so daß, obgleich dieZähl der Pränumeranten kaum über hundert betrug, seine Leser in allenTheilcn des Landes nach Tausenden zählten. Allerdings legte es Kossnthdarauf an, die Reden der Partei mit der er sympathisirte im glänzendstenLichte erscheinen zn lassen, mit zahlreichen Beifalls-Anmerkungen zu durch-wirken, während er die Argumente der Andern durch Kürze und Trocken-heit der Wiedergabe abschwächte, etwa unterlaufene Verstöße oder Lächer-lichkeiten merklich hervorhob, die sich daran knüpfende lärmende Misbilli-gung der Rcichstagsjugend einznflcchtcn nicht unterließ, was ihm von derGegenseite vorgerückt und als Ungebühr gestempelt wurde. Aber würdees diese selbst, wenn sie den Unternehmungsgeist, die Gewandtheit undGeschicklichkeit Kossnth's besessen hätte, mit ihren Widersachern anders ge-halten haben? lieber die Vorzüge seiner Redaction, über die in Ungarn