Ankunft des Grafen Moriz Esztcrhäzy in Gaöta.
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der unmittelbaren Nachbarschaft wegen, von der man nicht ganz und gar-abhängig sein wollte; dann aber auch weil man der Sicherheit der neapo-litanischen Zustände nicht recht traute. Der Aufstand in Sicilicn war zubezwingen, die Hauptstadt in Zaum zu halten, das Banditenthum zubändigen; obgleich für den Augenblick die äußere Ruhe nicht gestört war,lag doch über allen Schichten der Gesellschaft eine gewisse düstere unddumpfe Atmosphäre als ob jeden Augenblick eine neue Katastrophe zu be-fürchten wäre. Es gab, so sagten sich der Papst und dessen erster Mi-nister jeden Tag, eine einzige Macht die Hilfe schaffen konnte ohne dafürOpfer zu fordern oder Verpflichtungen aufzulegen und früher oder späterunangenehme Verlegenheiten zu bereiten, und das war Oesterreich, das-selbe Oesterreich gegen das man sich so lang und so schwer vergangenhatte! . . Man muß sich dies alles gegenwärtig halten um die Unge-duld, aber auch die Verlegenheit zu ermessen womit Graf Esztcrhäzy inGaöta erwartet wurde.
Er war schon lang angckündigt, aber Tag um Tag verging und er-kenn noch immer nicht '^). Endlich am 3. Februar traf er in Neapelein, am 4. war er in Gaöta. Man drängte sich um ihn, die Cardinälevor allen, solche am meisten die sich allerhand Verschuldens gegen Oester-reich ans der jüngst vergangenen Zeit bewnst waren. Einer der letzteren,Cardinal Altieri, „obgleich sichtlich verlegen", führte den Grafen bei An-tonelli ein. Der päpstliche Staats-Secrctar empfing ihn in der wärm-sten Weise, verhehlte ihm nicht daß der Papst keinen Ausweg wisse alsdie bewaffnete Intervention der katholischen Mächte „und selbstverständlichin erster Linie die Oesterreichs". Noch überraschender war am andernTage 11 Uhr V. M. die Aufnahme beim Papste. „Seine Heiligkeit",berichtete Esztcrhäzy nach Olmüz, „empfing mich mit der ausgesprochen-sten Zuvorkommenheit die man sich nur denken kann, und buchstäblichmit offenen Armen"*). Er begann damit, seiner Freude und seinerDankbarkeit über das schnelle Entgegenkommen, womit der Kaiser scincrEinladnng entsprochen, Ausdruck zu geben. Er las dem Grafen mit lauterStinnne das eigenhändige Schreiben unseres Kaisers vor, einzelne Sätzemit Nachdruck wiederholend. Besonders lang verweilte er bei der Stellewo der Kaiser erklärte, er sei weit entfernt sich in die inneren Angelegen-heiten irgend eines Staates mischen zu wollen, und sagte, Esztcrhäzy
9 Die Worte sind im französischen Original unterstriche»; s. »»fern Anhang S. so.