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I. 7. Die österreichische Frage vor dem deutschen Parlament.
Unterzeichnete der Erzherzog-Rcichsverwescr das Schreiben das Gagern znm„Präsidenten des Reichs-Ministeriums" und znm „Reichs-Minister derauswärtigen Angelegenheiten unter gleichzeitiger interimistischer Uebcrtra-gung der Leitung des Reichs-Ministeriums des Innern" ernannte Inder Sitzung vom 18. Deccmber fand die Neuwahl des ersten Vorsitzendender National-Versammlung und die Verlesung des erzhcrzoglichen Hand-schreibens statt. Erstcre kam erst beim dritten Wahlgang zustande: beimersten fielen von 415 Stimmen 181 auf Simson von Königsberg, denCandidaten der Rechten und der Centrcn — er befand sich zur selbenZeit noch als Neichs-Commissarius in Berlin —, 128 auf Kirch-gcßner vom „Wnrttemberger Hof", 93 ans Schmerling; beim zweitenunter 443 Stimmen 215 auf Simson, 214 auf Kirchgeßner, und erstbeim dritten wo der „Pariser Hof" seine Stimmen an Simson abgab,unter 462 Stimmen 233 ans diesen, gegen den Kirchgeßner mit nur 223in der Minderheit blieb. Unmittelbar nach Kundmachung seiner Ernen-nung znm Minister-Präsidenten erhob sich Gagern um das Programmder neuen Regierung mitzutheilen: „Das bestehende Bundesverhältniszwischen Oesterreich und Deutschland sei im allgemeinen zu erhalten, dabeijedoch die Sonderstellung Oesterreichs gemäß der Erklärung von Kremsieranzuerkenncn, wornach es in den zu errichtenden deutschen Bundesstaatnicht eintretcn könne; die Verfassung dieses letzten: dürfe nicht Gegenstandder Unterhandlung mit Oesterreich, dagegen werde das Unions-Verhältniszwischen beiden mittelst einer eigenen Unions-Acte zu ordnen, die Ver-ständigung über alle gegenseitigen Bundcspflichten und Rechte ans ge-sandtschaftlichcm Wege cinzuleiten und zu unterhalten sein". Der Vortragwurde von den Versammelten bei allgemeiner Spannung mit sehr ge-thcilten Empfindungen ausgenommen. Die Kaiser-Partei mochte zufriedensein, sie sah was sie zu sehen gewünscht: die Bahn eröffnet die zur Er-hebung Preußens führen mußte. Um so empfindlicher fühlten sich jene ge-troffen die von einen: Ausscheiden Oesterreichs aus den: deutschen Bundenichts wissen wollten. Bei der bezüglichen Stelle des Gagern'schcn Pro-gramms drohte ihr Unwille laut losznbrechcn, bei jedem weitern Satzeging sichtliches Misbehagen durch ihre Reihen. Au: Schlüße durften dieEinen keine Zeichen des Beifalls wagen, weil sie befürchten mußten daßdann die Andern mit Kundgebungen in entgegengesetztem Sinne antwortenwürden; cs war eine peinliche Stimmung. Gagern hatte zun: Schluß dieBitte ausgesprochen seine Vorlage an einen Ausschuß zum Gutachten zu