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4. Der ungarische Winter-Feldzug und octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849 Th. 1 (1876) Der ungarische Winter-Feldzug und octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849
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I. 7. Die österreichische Frage vor dem deutschen Parlament.

wurde im Landsberg das Eis gebrochen, am 15. December dessen Er-klärung in das Casino und in den Augsburger Hos gebracht, wo diebeiden Beseler, hier Wilhelm von Schleswig, dort der Professor ausGrcifswaldc, die „Unpopularität Schmerling's" mit einem Nachdruck, miteiner Nachhaltigkeit in den Vordergrund drängten, die allgemein aufsiel:„Schnittling könne nicht länger Minister sein, die Verhältnisse litten csnicht, die ganze Linke wolle nichts mehr von ihm wissen. Schmerlinghabe sich in einer verhängnisvollen Lage durch ungewöhnliche Kraft undUmsicht ausgezeichnet, er habe das Vaterland gerettet; allein die Um-stände seien stärker als die Personen, die gegenwärtigen seien unverträglichmit seiner Persönlichkeit, mit seiner Landsmannschaft. Sein Vorschlag nocheinmal Olmüz zu beschicken sei unannehmbar: wäre nicht vielmehr dasumgekehrte in der Ordnung daß man von Olmüz anher ein Wort sende?Und wo sei das Organ mit dein man dort verhandeln solle? Der Krem-sicrer Reichstag sei weder ein deutscher noch vertrete er die Gesammt-Mo-narchie. Oder wolle inan es mit dem österreichischen Cabinct noch einmalversuchen? Möge man dann gewärtig sein daß sich dieses auf die Ver-träge von 1815 beruft!" Es entspann sich eine lebhafte Verhandlung.Reichensperger ereiferte sich, Edel sprach für Schmerling; Beckerath,Mathy empfanden es als Unrecht ihn fallen zu lassen; Jürgens erhobsich, im Innersten empört über ein Benehmen das bei den Einen aufGedankenlosigkeit, bei den Andern auf Verkennung, auf Undank, aufpreußischer Antipathie, auf schlaffer Nachgibigkeit gegen die Linke beruhte.Bassermann als Wortführer des Ministeriums vertheidigtc dessen Politik:„Mit dem Programm von Kremsicr sei nicht das letzte Wort gesprochen;die allgemein gehaltenen Sätze desselben reichten nicht ans um daraufhin eine Scheidung zwischen Oesterreich und Deutschland vorzunehmen.Und was vergebe man sich wenn man noch einmal Commissarc nachOlmüz sende? Habe man nicht das gleiche gegen Berlin beobachtet?Möge man Sorge tragen daß nicht ain Ende andere Mächte als dieNa-tional-Versammlnng die Sache in die Hand nehmen!" Schmerling befandsich während all' dieser Vorgänge im Saale. Nachlässig an die Wand ge-lehnt hörte er zu wie über sein Bleiben oder Nicht-Bleiben im Ministeriumgestritten wurde; um seinen Mund spielte jenes Lächeln hinter dem die-selben Leute, die es früher, wenn es einem Trumpf gegen die Linke galt,bejubelt hatten, nun eitel Arglist und Hinterhalt witterten. Zuletzt kain eszur Abstimmung: Anfstehen und Sitzenbleiben gab ein zweifelhaftes Er-