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I. 5. Prmßm.
den Anfang einer vom bestandenen demokratischen Club angefertigten Pro-seriptions-Liste von Personen die dem Tode verfallen waren oder derenVermögen eingezogcn werden sollte. Eine Menge neuer Untersuchungen,Verhaftungen, steckbrieflicher Verfolgungen der durch jene Darstel-lungen gravirten Personen, so wie eine steigende Erbitterung der beidenextremen Parteien gegen einander waren natürliche Folgen eines Unter-nehmens dessen intellectuelle Urheber sich in ein mysteriöses Dunkelhüllten "2).
Bald nach Eintritt des neuen Jahres gab Wrangcl die Erlaubniszur Abhaltung von Wahl-Versammlungen, bei denen jedoch nur die be-rechtigten Urwähler des Bezirkes erscheinen und einzig die Wahl betref-fende Gegenstände im Beisein eines Aufsichtsbeamten besprochen werdensollten. In die Wahlbewcgung kam jetzt neues Leben, aber auch neuerStreit; Programme, politische Glaubensbekenntnisse, Aufforderungen zumPartei-Beitritt kreuzten sich nach allen Richtungen Es kamen aberauch Fälle vor wo die Gegner nicht blos in Schrift und Wort aneinander,sondern sich thatsüchlich in die Haare geriethcn; an manchen Orten ginges so stürmisch her daß die Wahlhandlung unterbrochen oder Militär zurHerstellung der Ordnung bcigcstcllt werden mußte. Ein drolliger Zwi-schenfall wurde aus einem Berliner Bezirke (Maucrstraße?) erzählt wozwei ncu-crnanntc Wahlmänncr entgegengesetzter politischer Meinung amHeimgänge erst in einen Wortstrcit, dann in einen Faustkampf geriethcnso daß münniglich umkchren und zu einer Neuwahl schreiten wollte. DieStimmung im ganzen Lande war nach den königlichen Gewährungen vom5. Decembcr eine so entschieden fricdcnsbedürftige gewesen daß man eherzu fürchten hatte es werde den neuen Kammern an den so unerläßlichenElementen der Opposition fehlen. Doch gerade die Siegeszuversicht ver-darb es der conservativen Partei, und besonders das Patzigthnn des Jun-kerthumö, eines den preußischen Gesellschaftskreisen eigenthümlichen Ele-ments, stieß viele sonst ruhige Bürger zurück. In einer Berliner Wahl-versammlung äußerte kurz vor Beginn der Handlung ein Aristokrat zueinem Freunde: „Es ist zu viel Canaille hier als daß etwas für guteWahlen zu hoffen wäre!" Das Wort war auch von Andern gehört undging wie ein Lauffeuer durch den Saal wo an die Wahl eines Conscr-vativen min nicht mehr zu denken war. In der That fielen die Urwahlenfür die zweite Kammer am 22. Januar in fast allen Berliner Bezirkenüberwiegend demokratisch aus; eben so wurde in den größeren Städten