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Pfalzgraf Friederich Michael von Zweibrücken und das Tagebuch seiner Reise nach Italien
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Carigliano, ein schlechtes Posthaus. Man fährteine gute Zeit immer an dem Meer auf der sogenanntenappischen Straße oder dem vielmehr fatal zu nennendenWege der ruinierten Stadt Minturno vorbei, wovonaußer einem Stück eines Amphitheaters und einer Wasser-leitung nicht das geringste mehr zu sehen. Um dieseGegend soll sich der große römische Kriegsheld Marius,als er von Sulla verfolgt war, in dasigen Morästen ver-borgen haben. Unfern davon fährt man in einer Näheüber den Fluß Garigliano.

S. Agata ist ans einem Berge gelegen und einschlechter Ort; unangesehen der Weg durch Olivenbäumegeht, ist selber doch so voller Löcher, daß ich mit meinerChaise zweimal nmgestürzt worden.

Francolese. Dahin fährt man immer zwischen denBergen und sind die Wege gleich den anderen die aller-schlimmsten.

Cap na. Diese Poststraße kann man billig unterallen die beschwerlichste nennen. Der Ort wird dermalendas neue Capua benamst, ist eine kleine Festung undwerden allda die Equipagen und Contrebandes visitiert.Weniger als eine Stunde davon ist gelegen die vor Zeitenso berühmte Stadt Capua, welche auch sogar mit Romund Carthago in Vergleich kam und ein Platz der Lüstegenannt wurde. Als Hannibal, der große carthaginensischeGeneral, allschon 216 Jahre vor Christi Geburt sich der-selben bemächtigt, wurde er nebst seinen bei sich habendenTruppen durch die außerordentliche Ergötzlichkeit und An-mut dieser Stadt dergestalten weibisch und ließ sich durchdie Genießung der Lustbarkeiten so weit verführen, daß ervon den Römern herausgeschlagen wurde und alle in dieserGegend gemachten Eroberungen ans einmal verlor, daer doch, wenn er seinen Sieg behörendermaßen fortgesetzthätte, die Römer bis ans das Haupt würde geschlagenhaben. Dermalen ist von dieser so herrlichen Stadt außereinigen alten Mauern nicht das geringste mehr zu sehen.

Aversa, eine sehr geringe Stadt. Der Weg dahinist gut.