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Pfalzgraf Friederich Michael von Zweibrücken und das Tagebuch seiner Reise nach Italien
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Das partikuläre Kabinet des obberühmten Marchesedi Maffei soll eines der kunstreichsten in Italien sein, ichhabe aber solches wegen des Herrn Autors Abwesenheitdamalen nicht zn sehen bekommen. In den Kirchen findetman ebenfalls nicht wenige, recht gute Malereien, welcheich wegen Kürze der Zeit nicht genngsam habe untersuchenkönnen. Aus diesen Umständen und übrigen altenUucleribu8 verschiedener schöner Triumphbögen undTempeln läßt sich mit rechtem schließen, daß Verona vorZeiten eine wichtige und sehr importante Stadt gewesen.

Den 4. Januar früh morgens besichtigten SeineDurchlaucht das oben beschriebene Amphitheater, worindas ehemals zn Mannheim gewesene Rhinoceros ein-gestellt war. Die Grobheit des ungehobelten Holländerssetzten Höchstdieselbe in mißvergnügten Humor und gabAnlaß zum baldigen Aufbruch.

Die Aufwartung in dem Gasthaus zu den zweiThürmen war, sowohl die Zimmer als Bedienung an-langend, allerdings eine der besten in ganz Italien.

Ging demnach die weitere Reise vor sich um 9 Uhrnach:

Cal di era. Hier war der Anfang, daß es denItalienern mit Einspannen und Fahren zu sechs Pferdennicht in Kopf wollte, mußte derohalben jede Chaise durchdrei Postillons geführt werden.

Montebello — Vicenza, wohin die Wege nichtzum besten waren.

Während dieser Post, annoch eine Stunde vor Vicenza,zerbrachen an Kavalierschaisen die zwei Hinteren Räder.Seine Durchlaucht nahmen die Einkehr im Wirtshausalle eine Uuote, welches viel besser hätte sein können;die Jalousie dasigen Wirtes hatte ans die junge Frau soscharfe Attention, daß dieselbe nicht einen Augenblick alleinzn sein Gelegenheit finden konnte, welches zn vielfältigemGelächter Ursache gab.

Die Stadt ist sehr klein und besonders die Gassensehr unsauber. Das merkwürdigste darin ist das vondem Baumeister Palladio errichtete alte. Ulieatrum