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hinanfziehen. Diese Festung, welche auf dem Berge liegt,ist durch die Natur selbst hineingearbeitet. Der Paß istkaum so breit, daß ein Wagen mit harter Mühe dadurchfahren kann. Am Fuß des Berges in einer Thnrmhöhefließt vorbei der Fluß L'Adige; gegenüber korrespondiertein anderer hoher Berg. Zwischen diesen beiden ist diePassage des Flusses, welcher mit einer Kette durchzogen,den Schiffenden die Durchfahrt versperrt. Sowohl dieSituation als Anlage der Festung zernichtet allen an-dringenden Feinden die Möglichkeit zu passieren, alsozwar, daß mit bloßen Steinen eine ganze Armee zu Grundezu richten, wozu annoch kommt der abscheuliche felsige Weg,welcher zwar leichterdings kommod gemacht werden könnte,welches aber die Venetianer, damit keine anderen Truppenden Durchgang verlangen können, mit Fleiß unterlassen.
In dieser obschon kleinen Festung befindet sich einKommandant mit zwanzig Invaliden. Nachdem nun dieBauern endlich die Reisechaisen mit tollem Geschrei undschwerer Arbeit die Festung hinauf- und eben solcher-gestalten wiederum den Berg heruntergezogen, spannte mandie leer nachgegangenen Pferde bereits wieder ein.
Zu Volarnia gewinnt das Gesicht znm ersten maleine freie Aussicht, nachdem es von München bisher ohneAufhören mit nichts als steilen Felsen und höchsten Ge-birgen eingeschlossen gewesen. Nichtsdestoweniger findetein kurioses Gemüthe wegen der beständigen Abwechselungder wundervollen Natur an Bergen, Klippen und Wasser-fällen ein unsägliches Vergnügen.
Zwischen hier und Verona passiert man mit einer-fliegenden Brücke über die Adige, allwo die auf einmalin das Auge fallende Schönheit des Landes sehr ergötzlichfällt. Einerseitcn ist eine große Ebene, auf der anderenzeigen sich hin und wieder geringe Berghöhen, welche mitsehr vieler: Lust- und Gartenhäusern in den dasigen Wein-gärten gleichsam besäet sind; die Weinstöcke wickeln sich anden großen Kirsch- und Ulmenbänmen hinauf und laufenvon einem zu dem anderen dergestalten, daß es billig füreine immerwährende Lustallee gehalten werden kann.