I.XVIII
der ihm die Regierung der Oberpfalz anvertraute. Er hatteunter der Vormundschaft seiner Mutter und seines OnkelsRobert die beste Erziehung erhalten, er regierte seine Staatenmit derselben Klugheit, Sanftmut und Intelligenz, die er beider Regierung der Oberpfalz bewiesen hatte. Johann I.,Sohn des Wolfgang, war der würdige Erbe der Tugendenseines Vaters, er besaß alle Eigenschaften, welche nur großeFürsten zieren, er hatte ein wunderbares Gedächtnis und eineungemeine Kenntnis der Geschichte; seine Regierung beruhteauf der strengsten Billigkeit und der unparteiischsten Gerechtig-keit, er erlangte durch sie den Ruhm des besten der Fürsten.Die Geschichte Karls I., Herzogs von Zweibrücken-Kleeburg,und seines Sohnes, Karls II., die in Schweden so ruhmvollregiert haben unter dem Namen Karl XI. und Karl XII.,ihre Geschichte, sage ich, ist Ihnen zu bekannt, als daß ichnotig hätte, Sie damit zu unterhalten, die Welt wird noch langevoll fein von ihrem Ruhme, beide haben die höchste Tugend,die seltensten Eigenschaften, das größte Talent in sich ver-einigt. Georg Wilhelm, Herzog von Birkenfeld, ist in derGeschichte Ihres Hauses berühmt durch die Klugheit, mitwelcher er seinen Staat regierte. Christian I., Herzog vonBirkenfeld-Bischweiler, nahm einen hervorragenden Anteil andem Kriege, welchen Gustav Advlf in Deutschland führte, ererrang das Vertrauen dieses berühmten Helden, der seinenRuhm und seine Triumphe mit ihm teilte, ein Beweis, daßer dessen würdig war. Christian II., sein Sohn und IhrUrgroßvater, erwarb sich nicht minderen Ruhm im DiensteSchwedens, und in jenem des Kaisers im Türkenkriege; zuletzttrat er in den Dienst Frankreichs, das ihm das RegimentElsaß anvertrante. Ich kann nicht auf bessere Weise das LobChristian III., Ihres Großvaters, hervorheben, als wennich Ihnen sage, daß ganz Elsaß und alle, die ihn kennen,seinen Verlust beweinen und ihn für immer als den gerechtesten,besten und liebenswürdigsten Prinzen preisen. Nunmehr sollteich das Bild Seiner Hoheit des Herzogs von Zweibrücken(Christian IV.) zeichnen, aber mein Pinsel ist zu schwachfür ein solches Werk, es wird genügen, Ihnen zu bemerken,daß die wohlverdiente Achtung, welche er an allen Höfen