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Richard Wagner und die deutsche Sage
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Klingsor hat sich nach unseres Tondichters Phantasie ein Zauber,schloß voll sündiger Lust erbaut und lockt durch seine Sirenendie Ritter in das Netz der Sinnlichkeit. In seinem Bannesteht die Zauberin Kundry, eigentlich die Gralsbotiu, welche, an-klingend an die heilige Legende, dereinst Herodias, die MörderinJohannes des Täufers, war. Nur ungern dient sie ihremMeister und sehnt sich nach Erlösung. Unser Held Parsifal(dessen Namen Wagner nach Görres aus dem arabischen imrsi-j'nl d. h.reiner Thor" ableitet, der wohl aber richtiger ausdem altfranzösischen iwres-vrü d. i.dring durchs Thal!" her-zuleiten ist) erscheint zuerst der Sage gemäß als der Blöde undEinfältige, der aus Unverstand das Heil verscherzt, das ihm inder Nähe des Grals winkt und nach des Anfortas Verwundungnicht fragt.

Das Gralsmysterium als christliches Abendmahl könnte inseiner Darstellung auf der Bühne bedenklich erscheinen, hinter-läßt aber den Eindruck der höchsten Weihe.

Mit der ärgerlichen Ausweisung Parsifals aus dem Heilig-thum durch den weisen Gurnemanz schließt der erste Aufzug.

Im zweiten Akte besteht unser Held die Feuerprobe derSinnlichkeit in Kliugsors Wundergarteu. Er widersteht denSirenen und den Reizen der in ein üppiges Weib verwandeltenZauberin Kundry. Machtlos schleudert Klingsor gegen ihn denWunderspeer; Parsifal erbeutet ihn und sobald er damit dasKreuzeszeichen in die Luft schreibt, versinkt das ganze Zauber-schloß, und die Mädchen liegen als verdorrte Blumen in derEinöde.

Im letzten Aufzug kommt der Held am Charfreitag zu demgreisen Gurnemanz und vernimmt, daß der alte GralshüterTiturel gestorben, Anfortas aber immer noch an seiner Wundesieche. Hier findet er auch die Heidin Kundry in Reue undBuße und erlöst sie durch die Taufe. Hierauf bringt er dem

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