^>och oben auf waldiger Bergeshöhe ragten die stolzenZinnen einer einsamen Burg aus wildverschlungenem Dickichtin die regungslose Luft; eine tödtliche Schlummerbefangenheitlagerte auf ihr und der ganzen Umgebung. Wie WilhelmJordan singt:
. . . Kein Wind bewegteDie blinkenden Blätter, die starren Blumen.
Anstatt des Thaues hingen KristalleIn flimmernden Flocken um alle Pflanzen.
Kein Vogelfittich durchfuhr die Lüfte,
Und keine Biene durchsnmmte die Büsche.
Da hing ein Heimchen auf einem Halme,
Die Beinchen gespreizt, als wollt' cs springen,
Allein es sprang nicht; da war im SprudelnErfroren ein Quell, ein Frosch im QuakenMit geblühten Blasen stecken geblieben,
Da hielt eine Ameis ihr gelbliches EichenZärtlich am Zipfel mit sanften ZüngleinUnd wollt entlaufen dem lauernden Laubmolch,
Allein sie lief nicht; lüstern lugtenNach ihr die Augen des flinken Erbfeinds,
Doch mitten im Fangsprung stand er gefesselt.
Da hockte wie zwitschernd auf einem ZweigeEin zierlicher Zeisig, man sah sein ZüngleinEmporgeschnörkclt im offenen Schnabel,
Doch vom Schlafe betroffen, vom Schlag eines Trillers.
Lautlos und geheimuißvoll wuchs von Jahr zu Jahr eine un-durchdringliche Dornenhecke um die verwitternde Schildburg, so
Sammlung. N. F. III. öS. 1* (V7S>