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„Es ist das Wesen des deutschen Geistes, daß er voninnen baut: der ewige Gott lebt in ihm wahrhaftig, ehe er sichauch den Tempel seiner Ehre baut ... So sei der stolze Baugeweiht durch Ihre Liebe, Ihre Segenswünsche, durch den tiefenDank, den ich Ihnen trage, Ihnen allen, die mir wünschten,gönnten, gaben und halfen! Er sei geweiht durch den deutschenGeist, der über die Jahrhunderte hinweg Ihnen seinen jugend-lichen Morgengruß zujauchzt!"
Und im August 1876 pilgerten die Kunstfreunde von allenSeiten, darunter Kaiser Wilhelm I., Großfürst Konstantin undder Kaiser von Brasilien nach Bayreuth zur Einweihungsfeier.
Das Festspiel brachte seinen nunmehr vollendeten „Ringdes Nibelungen". Das dicht gedrängte Haus brach zumSchluffe in einen Sturm des Beifalls und der Begeisterungaus. Gerührt dankte der Meister mit den Worten:
„Sie haben jetzt gesehen, was wir können, wollen jetztSiel Und wenn Sie wollen, so haben wir eine deutsche Kunst !"
Ja, wohl hatten wir jetzt eine deutsche Kunst in Bayreuth!
Vollendet ist das ewige Werk:
Auf Bcrgesgipsel die Göttcrburg,
Prachtvoll prahlt der prangende Bau!
Wie im Traume ich ihn trug,
Wie mein Wille ihn wies,
Stark und schön steht er zur Schau:
Hehrer, herrlicher Bau!
Und in diesem würdigen Kunsttempel wohnte und throntedes Meisters hohe Gönnerin, seine begeisternde Muse, die deutscheSage in liebendem Vereine mit den gleichgesinnten Schwestern,— der Poesie und Musik. Und oft saß der Lieblings:jünger, der sich in der Nähe ein trauliches Heim erbaut, Wahn-fried genannt, weil hier „sein Wähnen Frieden fand", — zuFüßen der erhabenen Frau und lauschte sinnend und träumendihren göttlichen Offenbarungen. Und so blickte sein Auge sehn-
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