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Richard Wagner und die deutsche Sage
Entstehung
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Im April 1863 hatte Wagner im Vorworte zu seinerNibelungendichtung die Idee der Errichtung einer nach grie-chischem Muster amphitheatralisch zu erbauenden Festbühne aus-gesprochen, bei der das Begaffen der Zuschauer beschränkt unddie oft lächerlichen Bewegungen des Orchesters unsichtbar wären.Gäbe es wohl," so sagt er darin,kunstliebende Männerund Frauen genug, dazu die Mittel zusammenzubringen? Odergäbe es wohl einen Fürsten, der dazu aufwendete, was ihn dieUnterhaltung seines mangelhaften Operntheaters eine kurze Zeit-lang kostet?"

Und der Fürst fand sich.

Mit dem Füllhorn seiner Gnade übergoß er den hoch-beglückten Künstler.

O König, holder Schirmherr meines Lebens!

Du höchster Güte wonnereicher Hort!

Wie ring' ich nun, am Ziele meines Strebens.

Nach jenem deiner Hnld gerechten Wort,

JnfSprach' und Schrift, wie such' ich es vergebens!

Und doch zu forschen treibt mich's fort und fort,

Das Wort zu finden, das den Sinn dir sageDes Dankes, den ich dir im Herzen traget

so stammelte der vielgeprüfte Meister nach endlich gefundenemVerständniß. Doch noch nicht war er in den ersehnten Hafeneingelausen. Mißverständniß des Volkes, Engherzigkeit desHofes, Neid und Mißgunst der lieben Zunftgenossen vertriebenihn aufs neue von der Seite seines hohen Freundes. GeorgHerwegh hat dies sehr treffend also besungen:

Vielverschlagner Richard Wagner aus dem Hchiffbruch von Paris,

Nach der Jsarstadt getragner, sangeskundiger Ulyß!

Ungestümer Wegebahner, deutscher Tonkunst Pionier.

Unter welche Insulaner, theurer Freund, geriethst du hierlUnd was Hilst dir alle Gnade ihres Herrn AlkinouslAuf der Lebenspromenade dieser erste Sonnenkuß!

Die Philister scheelen Blickes, spucken in den reinen Quell,